Eine Existenzgründung bedeutet nicht einfach die Beantragung eines Gewerbescheins sondern erfordert eine gewisse Vorlaufzeit. Wer sich selbstständig machen möchte, der sollte genau überlegen womit er Geld verdienen möchte und eine Geschäftsidee entwickeln. Vor der Entwicklung einer Geschäftsidee und einem damit verbundenen Businessplan steht die fachliche Vorbereitung. Im Rahmen der Vorbereitung wird ein Existenzgründerseminar und anschließend ein Buchhaltungskurs besucht. Das Seminar und der Buchhaltungskurs vermitteln Grundlagen ohne die man eine Selbstständigkeit nicht wagen sollte. Als Angestellter ist es sinnvoll nach Absprache mit dem Chef die Firma nebenberuflich zu starten.

Die Festanstellung gibt finanzielle Sicherheit und kann die Selbstständigkeit aufgeben wenn es nicht so laufen sollte wie geplant. Der Staat unterstützt Existenzgründer mit dem Existenzgründerzuschuss und die einzelnen Bundesländer, Städte und Gemeinden bieten ebenfalls im Rahmen ihrer Wirtschaftsförderung ebenfalls eine Unterstützung an. Die Zahlung des Existenzgründerzuschusses oder Förderung wird meist mit Vorlage eines gut ausgearbeiteten Businessplans gewährt.

Die Erstellung eines Businessplans ist komplex und sollte gemeinsam mit einem Existenzgründerberater durchgeführt werden. Im Businessplan stehen die Geschäftsidee, Investitionsplan, Liquiditätsplan, Zielgruppe, Rentabilitätsvorschau und der Eigenbedarf. Im so genannten Executive Summary wird der Businessplan zusammengefasst auf dem ersten Blatt beschrieben und enthält die wichtigsten Informationen. Die Zusammenfassung sollte maximal eine Seite umfassen und erst nach Abschluss des Businessplans geschrieben werden.

Der Geschäftsplan wird der Arbeitsagentur bzw. Gemeinde oder Bank vorgelegt und wenn er schlüssig ist werden die Fördermittel, der Kredit oder Existenzgründerzuschuss genehmigt. Nun kann die Firma gegründet werden aber bereits im Vorfeld sollten potentielle Kunden gewonnen werden um gleich mit ersten Aufträgen starten zu können. Die ersten Jahre sind die schwierigsten und sollte während dieser Zeit die Ausgaben so niedrig wie möglich halten, denn nur so kann eine Kapitalrücklage aufgebaut werden.

Die Privatentnahmen sind der monatliche Unternehmerlohn und hier gilt es sich eine Obergrenze zu setzen. Denn zu hohe Privatentnahmen kosten der Firma schlicht die notwendige Liquidität und kann im schlimmsten Fall in der Pleite enden. Die Kundenpflege ist neben einer guten Finanzplanung am wichtigsten, denn nur zufriedene Kunden vergeben weitere Aufträgen und sorgen für steigende Einnahmen. In der Regel dauert es mindestens zwei bis drei Jahre bevor sich ein Unternehmen trägt und stabile Gewinne erzielt werden.