Sie haben ein Urlaubshotel gebucht, der Reiseveranstalter teilt Ihnen aber kurz vor Reiseantritt mit dass eine Überbuchung vorliegt. Somit kommen Sie nicht in Ihr Urlaubshotel. Nach dem Reiserecht steht dem Urlauber somit eine Entschädigung zu. Er hat das Recht neben der Erstattung der Vorauszahlung auch eine Entschädigung auf der Basishälfte des Reisepreises einzufordern.

Bietet der Reiseveranstalter ein Ersatzhotel an muss der Urlauber das nicht akzeptieren, außer es ist dem anderen Hotel in den Leistungen und dem Preis gleichwertig. Nach einem Urteil des Bundesgerichtshofes musste ein Urlauber das Ersatzhotel nicht akzeptieren, weil es erstens auf einer anderen Insel lag und zudem kein Riff für Tauchen und Schnorcheln vorhanden war.

Der Reiseveranstalter ist nicht dazu berechtigt den Urlauber ohne seine Zustimmung in einem anderen als dem vom Urlauber gebuchten Urlaubsort unterzubringen. Wird vom Reiseveranstalter ein Ersatzquartier angeboten, stellt das für ihn keine Vertragserfüllung dar, sondern lediglich eine Leistung an Erfüllungs-Statt. Der Urlauber ist somit nicht zur Annahme des Angebotes verpflichtet. Bei einer Überbuchung des vom Urlauber gewählten Reisezieles ist die Reise vereitelt wenn der Kunde das Ersatzangebot ablehnt. Somit steht dem Urlauber ein Entschädigungsanspruch zu. Wenn das vom Reiseveranstalter abgegebene Ersatzangebot nicht gleichwertig gegenüber den subjektiven Wünschen des Urlaubers ist, handelt der Kunde mit der Ablehnung des Ersatzangebotes einer Entschädigungsforderung nicht rechtsmißbräuchlich.

Mit der entstandenen Vereitelung der Reise hat der Senat weiter klar gemacht, dass der Kunde seine Urlaubszeit somit nutzlos aufgewendet hat. Wenn ein arbeitender Kunde während seiner geplanten Urlaubszeit weiter seinem Beruf nachgeht, oder wenn der Kunde einen Ersatzreise durchführt die ihm nicht vom Veranstalter angeboten worden ist, hat das auf den Ersatzanspruch des Kunden keinen Einfluss. Der Urlauber muss somit also nicht beweisen dass er zuhause geblieben ist.

In welcher Höhe die Entschädigung für den Urlauber erfolgt hängt vom Entscheid der einzelnen Richter ab. Der Senat hat erklärt dass der Ersatz für einen Nichtvermögensschaden – eine nutzlos aufgewendete Urlaubszeit – gewährt wird, das Einkommen des Urlaubers aber kein Maßstab für die Entschädigung ist. Zugrunde gelegt wird hier der gezahlte Reisepreis. Der volle Reisepreis wird dabei als Berechnungsgrundlage nur berücksichtigt, wenn der Urlauber auf einer Reise so schwere Beeinträchtigungen erlitten hat, dass er sich in seinem gesamten Urlaub nicht erholen konnte. Der Kunde der infolge einer vereitelten Urlaubsreise zu Hause bleibt, wo er abgesehen von der Enttäuschung durch die geplatzte Urlaubsreise keine Beeinträchtigungen hat, wird die Entschädigung auf die Hälfte des Reisepreises beschränkt.