Wer ein Eigenheim bauen lässt oder ein Fertighaus kauft, hat Anspruch auf ein „mangelfreies Werk“. Das ist in der Verdingungsordnung für Bauleistungen (VOB §18) festgelegt. Weicht der Bau vom im Bauvertrag vereinbarten Zustand ab bzw. weist das Haus Mängel auf, hat das rechtliche Konsequenzen für die Baufirma. Allerdings: Nicht jede Abweichung ist ein Mangel – es gibt Grenzwerte.

Stellt ein Gutachter fest, dass die erbrachte Bauleistung die vertraglichen Punkte bzw. die festgelegten Grenzwerte der „allgemeinen Regeln der Bautechnik“ nicht überschreiten, handelt es sich auch nicht um Mängel, sondern lediglich um hinzunehmende Unregelmäßigkeiten.

Stuft ein Gutachter den Bau als mangelhaft ein, muss der Bauträger den Mangel nur beseitigen, wenn es nicht zu einer unverhältnismäßig großen Nachbesserung komm (z. B. optische Mängel). Beeinträchtigt der Mangel den Nutzwert, sollten Sie auf Nachbesserung bestehen.

Ist die Bauleistung eindeutig und unstrittig mangelhaft, der Aufwand der Nachbesserung allerdings unverhältnismäßig (zum Beispiel zu geringe Raumhöhe), dann kann der Minderwert in Geld abgegolten werden.