Auch bei einem kleinen Auffahrunfall und nur ein paar Kratzern im Lack kann der Ärger groß, und das Malheur ein teurer Spaß werden wenn der Unfallbericht ein paar Lücken aufweist.

Wenn Sie der Verursacher des Schadens sind gilt: Ist der Geschädigte nicht in der Nähe oder nicht ausfindig zu machen, dann nicht einfach weglaufen. Hier gilt eine Wartezeit von mindestens 15 min. bei Schäden von bis zu 200 Euro. Wer einen höheren Schaden verursacht hat sollte mindestens 30-60 min. auf den Geschädigten warten. Vor allem empfiehlt sich immer die Polizei zu informieren. Wer den Unfallort verlässt ohne die Wartezeit eingehalten zu haben, und einfach nur einen Zettel an die Windschutzscheibe des Geschädigten klebt riskiert den Entzug seines Führerscheins, wenn er sich nicht innerhalb von 24 Stunden bei der Polizei, oder der Versicherung meldet.

Auch wenn beide Parteien anwesend sind empfiehlt es sich immer die Polizei zu verständigen, auch wenn diese nur die Personalien der Anwesenden aufnimmt. Sollte es doch zu einem Streit kommen können die Polizisten immerhin als Zeugen benannt werden.

Eine Pflicht zur Benachrichtigung der Polizei gibt es bei:

Verletzten Personen,
wenn Alkohol oder auch Drogen im Spiel sind,
der Unfallgegner Fahrerflucht begeht,
der Sachschaden vermutlich über eintausend Euro liegt,
der andere Unfallbeteiligte die Angabe seiner Personalien, oder Versicherung verweigert,
Autos mit einer ausländischen Zulassung beteiligt sind,
wenn ein Fahrzeug geräumt werden muss,
wenn aus einem Fahrzeug Treibstoff, Öl, oder eine andere Flüssigkeit ausläuft,
oder wenn die Unfallstelle nur mit einem hohen Aufwand abgesichert werden kann.

Bei einem Bagatellschaden müssen Sie die Unfallmeldung alleine erstellen. Eine Auskunft – Kurzprotokoll – der Polizei reicht den meisten Versicherern für eine Schadensregulierung nicht aus. Vor allem sollten Sie nie ein Schuldanerkenntnis abgeben! Sammeln Sie Beweise und machen Sie sich Notizen. Wer eine Checkliste im Handschuhfach hat ist meist immer gut beraten, dazu gehört auch eine kleine Kamera um Schäden zu fotografieren. Die Versicherung will unbedingt die Personalien der Beteiligten wissen, den Ort, die Zeit, und den Straßenzustand zum Zeitpunkt des Unfalles. Weiter schreiben Sie die Fahrzeugtypen, und die Kennzeichen auf, und erstellen dann eine Kurzbeschreibung mit dem Unfallhergang.

Machen Sie mit einer Kamera ein Foto vom Unfallort, davon sollte ein Foto das gegnerische Fahrzeug mit seinem Kennzeichen zeigen. Notieren Sie nach Möglichkeit auch die Namen und Adressen von eventuellen Zeugen, und lassen Sie von allen Beteiligten ein offizielles Unfallprotokoll unterschreiben. Das bekommen Sie bei jedem Automobilclub oder Ihrer Versicherung.