In den Risikogebieten ist eine Impfung sinnvoll.

Ganz unbemerkt bohren sich die Zecken in die Haut, verbleiben dort bis zu einer Woche zur Nahrungsaufnahme: Zecken. Und das wird unter Umständen äußerst gefährlich. Denn die Blutsauger können Viren oder Bakterien übertragen, die böse Krankheiten auslösen.

Zu diesen Erkrankungen zählen z. B.: die Hirnhautentzündung FSME (Frühsommer Meningo-Enzephalitis) oder die Lyme-Borreliose, die Fieber und Muskelschmerzen verursacht und unbehandelt zu Gelenkentzündungen und Nervenlähmung führt. Zwar ist nur jede zehnte Zecke infiziert und die, die die FSME-Viren übertragen, überwiegend in den südlichen Bundesländern verbreitet, aber jeder Biss sollte vom Arzt begutachtet und behandelt werden.

Was ist zu beachten, wenn sich eine Zecke bereits in die Haut gebohrt hat?
Befindet sich das Tier noch am Körper, muss es umgehend entfernt werden. Zecken sollten nicht herausgezogen, sondern herausgedreht werden. Dafür am besten mit einer Pinzette den dunklen Kopf direkt an der Haut greifen. Aber Vorsicht: dabei nicht den Körper drücken. Sonst gibt die Zecke im Todeskampf noch mehr verseuchten Speichel ab.

Bekommen Sie nach dem Biss Fieber, Muskel- oder Gelenkschmerzen, sind Sie sehr müde, und entdecken Sie noch Tage nach dem Zeckenbiss eine scheibenförmige Rötung auf der Haut, haben Sie sich vermutlich mit der Lyme-Borelliose infiziert. Dies stellte der Arzt durch eine Blutuntersuchung fest, behandelt die Infektion mit Antibiotika.

Treten Symptome wie Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen nach drei bis 14 Tagen auf, haben Sie sich FSME zugezogen: Die leichten Beschwerden dauern in der Regel nur eine Woche, klingen dann ab. Doch etwa zwei bis vier Wochen nach dem Zeckenbiss kann das zentrale Nervensystem erkranken, die Knie tun weh, auch das Herz kann sich entzünden. Dann muss sofort mit Antibiotika behandelt werden. Die Krankheitsdauer beträgt rund 21 Tage und hinterlässt keine Restschäden.

Unbehandelt kann eine FSME zu Hirnhautentzündung, Lähmungen und Gefühlsstörungen in den Gliedern führen. Mit gravierenden Folgen, denn eine vollständige Heilung der Erkrankung ist nicht möglich. Medikamente können die Symptome nun lindern. Deshalb raten Ärzte allen, die sich viel im Freien aufhalten, sich jetzt impfen zu lassen. Das Risiko einer Infektion wird so um circa 70 Prozent gemindert.

Auch wenn Sie von einer Zecke gestochen werden und nicht geimpft sind, kann noch vier Tage nach dem Stich eine Impfung (FSME-Hyperimmunglobulin) durchgeführt werden. Der Impfschutz muss allerdings alle drei Jahre erneuert werden. Für Kinder unter 14 Jahren steht eine solche Impfung nicht zur Verfügung. Sie sollten in den Verbreitungsgebieten besonders gründlich auf Bissstellen kontrolliert werden.

So beugen Sie vor:• Informieren Sie sich, ob Sie sich in Risikogebieten aufhalten – auch wenn Sie dort nur Urlaub machen
• Tragen Sie bei Spaziergängen im Wald Kleidung, die die Haut weitgehend bedeckt
• Sprühen Sie Haut und Kleidung mit Insektenabwehrmittel ein
• In Risikogebieten sollten Sie sich vorsorglich gegen FSME impfen lassen
• Untersuchen Sie nach jedem Spaziergang Ihren Körper intensiv nach Zecken
• Haben Sie eine Zecke entdeckt, muss sie so schnell wie möglich aus der Haut herausgedreht werden