Die europäische Finanzmarktaufsicht ESMA hat ab dem Sommer 2018 Beschränkungen für das Trading von Privatanlegern eingeführt. Sie sollen dem Schutz von Kleinanlegern dienen. Verboten wurden die binären Optionen und höhere Hebelwirkungen bei Differenzgeschäften mit CFDs. Wie das Binäre Optionen Portal binäre-optionen.info erklärt, gibt es aber nach wie vor Möglichkeiten, unter anderem binäre Optionen oder vergleichbare Produkte weiter zu handeln, die wir hier aufzeigen wollen.

Warum geht die ESMA diesen Schritt?

Die ESMA gibt es erst seit 2011. Sie überwacht als Superbehörde den EU-Finanzmarkt und kooperiert dabei mit den nationalen Aufsichtsbehörden. In Deutschland wäre das beispielsweise die BaFin, in Zypern die CySec etc., jeder Staat hat so eine Behörde. Normalerweise mischen sich diese Behörden in die Aktivitäten der Finanzmarktteilnehmer wenig ein, sie überwachen lediglich, ob die Gesetze eingehalten werden. Verbote von bestimmten Finanzprodukten sind äußerst selten. Bei der ESMA bindet man aber offensichtlich den Anlegerschutz so hoch an, dass man sich berufen fühlte, Kleinanleger davor zu bewahren, ihr Geld durch den Handel mit derivaten Produkten zu verlieren, die sie möglicherweise zu wenig verstehen. Dass die Kleinanleger massiv Geld mit binären Optionen und höher gehebelten CFDs verlieren, konnte die ESMA durch umfangreiche Untersuchungen belegen. Sie ließ europaweit mehrere Tausend Kleinanlegerkonten auf ihre Gewinne oder Verluste untersuchen. Dabei stellte sich heraus, dass je nach Art der gehandelten Produkte und auch ein wenig nach Wohnsitz des Anlegers etwa 74 bis 89 Prozent der privaten Trader mit kleinen Konten überwiegend Geld mit solchen Produkten verlieren. Diesen Warnhinweis müssen die EU-Broker seit August 2018 kommunizieren. Die ESMA reagiert nun mit Verboten auf diese Tatsache. Konkret dürfen CFDs nicht mehr allzu hoch gehebelt angeboten werden, binäre Optionen dürfen durch EU-Broker an Kleinanleger nicht mehr verkauft werden, die Broker dürfen für sie auch nicht mehr werben. Nicht-EU-Trader und große, institutionelle Händler sind von diesen Verboten und Einschränkungen nicht betroffen. Die ESMA hat sich für ihre Maßnahmen mit den nationalen Aufsichtsbehörden abgestimmt. Sie begründet ihre Verbote und Einschränkungen mit der hohen Komplexität der betreffenden Finanzprodukte bei gleichzeitig mangelnder Transparenz. Auch stellt sie strukturelle Schwächen fest. So treten die Broker bei binären Optionen und CFDs als Market Maker auf, sie verkaufen also die Produkte an den Anleger und kaufen sie von diesem auch wieder zurück. Das ist ein Unterschied zum Brokerage von klassischen Optionen und Knock-outs, die von Banken emittiert werden. Der Broker vermittelt nur den Kauf, die Produkte werden anschließend börslich gelistet. Der Handel findet direkt über Börsenplätze oder OTC mit dem Emittenten statt, nicht aber mit dem Broker. Daher kann der Broker keine Eigeninteressen verfolgen, er verdient nur an den Gebühren. Bei den gebührenfrei gehandelten CFDs verdient er als Market Maker am Spread, bei den gebührenfrei gehandelten binären Optionen ist das Geschäftsmodell der Broker in der Tat unklar – möglicherweise verdienen sie an den Verlusten der Trader, denn hier gibt es nicht einmal einen Spread. Darauf reagiert nun die ESMA. Ohne moralische Wertung nehmen wir diese Tatsachen einfach zur Kenntnis. Es fragt sich nun, was Trader machen wollen, die gern weiter binäre Optionen gehandelt hätten. Hierzu gibt es verschiedene Wege.

Alternativer Handel von binären Optionen

Eine Möglichkeit wäre der Handel beim Broker Finmax. Dies ist ein 2015 gegründeter Broker mit Sitz in Sofia, der nach wie vor binäre Optionen auch privaten EU-Tradern anbietet – weil er keiner EU-Regulierung unterliegt. Das liegt daran, dass er bislang über keine Lizenz einer EU-Aufsichtsbehörde verfügt. Bulgarien gehört zwar zur EU, doch es steht jedem Broker frei, so eine Lizenz zu beantragen oder nicht. Sie ist nicht gesetzlich vorgeschrieben. Finmax gehört auch keinem bulgarischen Unternehmen, sondern der Morris Processing Ltd. mit Sitz in London, die den operativen Firmensitz des Brokers nach Sofia verlegt hat. Der Broker wird durchaus überwacht, nämlich durch die russische Finanzaufsicht CROFR. Das bedeutet, der Broker unterliegt EU-ähnlichen Regularien. Er bietet binäre Optionen zu recht guten Konditionen und sogar mit Bonus an, auch das gab es bei EU-Brokern schon länger nicht mehr. Die Mindesteinzahlung beträgt 250 Euro, der Mindesteinsatz für eine Option fünf Euro. Die Renditen können 90 Prozent erreichen. Es gibt bei Finmax einen deutschsprachigen Kundenservice. Das wäre eine Möglichkeit für private EU-Trader, weiter binäre Optionen zu handeln. Eine weitere Variante bietet die Plattform Spectre.ai mit ihrem Angebot des Binärhandels in der Ethereum-Blockchain. Mit dieser modernen Technologie werden die üblichen Interessenkonflikte zwischen Market Makern und Kunden überwunden. Spectre.ai unterliegt ebenfalls keiner ESMA-Kontrolle, auch hier können also private EU-Trader nach wie vor binäre Optionen buchen. Drittens arbeiten einige EU-Broker aktuell an Finanzprodukten, die ähnlich wie binäre Optionen funktionieren, jedoch keine sind und daher nicht unter das ESMA-Verbot fallen. Beispiele wären die “FX Options“ von IQ Option und die “Digital 100s“ von CMC Markets. Das bedeutet, das ESMA-Verbot könnte ins Leere laufen. Trader müssen sich nur mit den Alternativen befassen.