Kleidung, Klassenreisen, Sportvereine, Versicherungen, Fahrräder oder Busfahrkarten: Kinder und Familien kosten jede Menge Geld. Trotz vergleichsweise großzügiger Unterstützung für Familien, sitzen mit dem ersten Familienzuwachs die Finanzen selten so locker, wie noch vor dem Leben mit Kindern. Um die finanzielle Situation etwas zu erleichtern, kann es sich deshalb lohnen, kleine Tipps und Tricks zu befolgen und so mehrere Hundert Euro im Jahr zu sparen.

Kredite umschulden

Das Aufnehmen von Krediten und die damit verbundenen Ratenzahlungen können ein Fluch und ein Segen zugleich sein. Obwohl man durch Kredite die Möglichkeit hat, sich Dinge zu leisten, die andernfalls nicht möglich wären, kann das Abbezahlen des Kredits doch zur Schuldenfalle werden. Denn wer nicht in der Lage ist, regelmäßig alle Raten und die anfallenden Zinsen der aufgenommen Kredite zu zahlen, ist irgendwann dazu gezwungen, weitere Kredite aufzunehmen, um die Löcher der Schulden zu stopfen. Der Teufelskreis nimmt seinen Lauf und es ist nur schwierig, den Überblick über seinen Schuldenberg zu behalten und aus der Krise herauszukommen. Um dies von vorneherein zu verhindern, lohnt es sich, seine Kredite umzuschulden. Mit einer Umschuldung lassen sich kleinere Kredite zu einem größeren zusammenfassen, die Ratenzahlung und Laufzeit anpassen sowie neue Kredite zu günstigeren Konditionen erhalten. Auf diese Weise können Ratenbelastungen auf den Kreditnehmer angepasst werden, mit dem Ziel, ihn bei der Kreditfinanzierung zu unterstützen. Aber aufgepasst: Je nach Art des Kredits kann die Bank, von welcher der Kredit “losgelöst” wurde, eine sogenannte Vorfälligkeitsentschädigung fordern. Eine Entschädigung für den Verlust der zukünftigen Zinserträge. Während bei Raten- und Dispokrediten oft auf diese Entschädigung verzichtet wird, ist er bei der Baufinanzierung eher Regel als Ausnahme und kann frühestens nach 10 Jahren “kostenlos” umschulden.

Bei der Auswahl von günstigen Krediten und Konditionen helfen verschiedene Online-Vergleichsportale.

Versicherungen und Anbieter vergleichen

Oft unterschätzt werden die Einsparungen, die man bei Versicherungen und anderen Verträgen machen kann. Viele Versicherungen sind entweder zu teuer oder gar nicht erst notwendig. Aus diesem Grund sollte man sich informieren und evaluieren, welche Versicherungen wirklich gebraucht werden und von welchen man sich möglicherweise trennen kann. Im nächsten Schritt lässt sich durch einen regelmäßigen Preisvergleich von verschiedenenen Versicherungen die günstigste Variante zu denselben Konditionen herausfiltern und ein Wechsel durchführen. Damit können beispielsweise im Jahr bis zu 850 Euro für eine KFZ-Versicherung eingespart werden. Weitere kleinere Beträge können eingespart werden, indem man als Paar und Familie nur eine Haftpflichtversicherung abschließt und die Beitragszahlung von monatlichen oder vierteljährlichen Zahlungen auf eine einzige jährliche Zahlung umstellt. Dadurch spart man ca. drei bis fünf Prozent der Gesamtprämie.

Neben Versicherungen haben auch regelmäßige Wechsel von Strom- und Gasanbietern ein hohes Einsparpotenzial. Aufgrund der wachsenden Konkurrenz auf dem Energiemarkt, versuchen viele Anbieter neue Kunden durch Erstjahresprämien zu gewinnen. Dadurch lohnt sich ein regelmäßiger Stromvergleich, was einer Familie bei einem Anbieterwechsel bis zu 550 Euro im Jahr einsparen kann. Bei einem Gasvergleich sind die Ersparnisse sogar noch höher, da die Preisunterschiede zwischen Grundversorger und Alternativanbieter beim Gasbezug größer sind.

Elterngeld erhöhen

Auf ganz legale Weise mehr Elterngeld bekommen? Das geht, jedoch sind sich viele Paare dem nicht bewusst. Denn obwohl eine niedrigere Steuerklasse V für den Partner, der weniger verdient, in einer Ehe mit Familieneinkommen aufgrund des höheren Netto-Gehalts des Besserverdienenden eine Menge Sinn macht, ist dies bei Familienzuwachs schnell nicht mehr der Fall. Denn wenn ein Elternteil die niedrigste Steuerklasse hält, fällt das monatliche Elterngeld um einiges geringer aus. Durch einen Wechsel der Steuerklasse V in die höhere Klasse III vor der Geburt kann sich das Elterngeld um mehrere Hundert Euro im Monat erhöhen. Diese Art und Weise zu einer Erhöhung des Elterngeldes ist komplett legal und vom Bundessozialgericht offiziell gestattet. Bei dem Wechsel der Steuerklasse ist zu beachten, dass das Netto-Einkommen aufgrund des neuen Steuernachteils des Besserverdienenden für die Zeit vor der Geburt geringer ist. Jedoch kann der Nachteil des Einkommens mithilfe der folgenden Steuererklärung wieder ausgeglichen werden, was bei dem Elterngeld nicht der Fall ist. Aus diesem Grund lohnt sich der Steuerklassenwechsel finanziell auf langfristige Sicht.

Geld anlegen

Sein Geld sicher anlegen zu können beschreibt für viele Familien ein zukunftsorientiertes Sparen und sorgt für ein Gefühl der Sicherheit. Anders als beim Geldsparen lässt man beim Anlegen das Geld “für sich arbeiten”, um es zu vermehren. Insbesondere für Familien ist es ratsam, Geldanlagen mit festen Zinsen in Erwägung zu ziehen, also sogenanntes “Festgeld”, da diese keine Kosten verursachen und als besonders sichere Anlage gelten. In einer Zeit von schwankenden Börsenkursen kann eine Anlage mit wechselnden Zinsen ein Risiko sein, welches Familien möglicherweise nicht eingehen möchten. Darüber hinaus empfehlen Experten Geldanlagen mit flexiblen Laufzeiten zu wählen, um sich nicht mehr als zwei bis drei Jahre an festgelegte Zinsen zu binden. Des Weiteren sind deutsche Banken dazu verpflichtet, ihren Kunden einen Schadenersatz im Pleitefall von bis zu 100.000 Euro zu garantieren. Bei deutschen Privatbanken werden sogar gesicherte Anlagen in Millionenhöhe und bei Sparkassen und Genossenschaftsbanken ohne Limit garantiert.

Das regelmäßige Überprüfen von Versicherungen, Wechseln von Verträgen, Umschulden und anderen kleineren Veränderungen können im Jahr mehrere Hundert Euro in der Familienkasse einsparen.