Die im Jahr 2008 vom Gesetzgeber verabschiedete Eigenheimrente, umgangssprachlich auch oft als „Wohn-Riester“ bezeichnet, bietet Besitzern von selbstgenutzten Immobilien erstmals die Möglichkeit, die Kreditraten für die eigenen vier Wände von der Steuer abzusetzen. Bis zu 4200 Euro im Jahr können gemeinsam veranlagte Ehegatten in Zukunft als Sonderausgabe geltend machen. Bislang konnten nur Besitzer von nicht zur Selbstnutzung bestimmten Objekten die Belastungen absetzen – und dann auch nur die Zins- und nicht die Tilgungsleistungen. Die Eigenheimrente stellt somit eine deutliche finanzielle Entlastung dar und lohnt sich für gutverdienende Besitzer ganz besonders.

Die neue Gesetzgebung erlaubt es, staatlich geförderte Altersvorsorgeverträge zum Erwerb eines Eigenheims einzusetzen. Dabei können sowohl bestehende Vertragsguthaben als auch laufende Einzahlungen genutzt werden. Die staatlichen Zuschüsse entlasten dabei auch Familien: Wer vier Prozent seines Einkommens in einen Vertrag einzahlt, erhält die Grundzulage in Höhe von 154 Euro sowie ggf. die Kinderzulage, die sich auf 185 Euro im Jahr (300 Euro, wenn der Nachwuchs nach dem Jahr 2007 geboren wurde) beläuft.

Wer die zur Immobilienfinanzierung entnommenen Vertragsguthaben nicht bis zum Rentenbeginn wieder zurückzahlt, muss unter Umständen allerdings Steuern an das Finanzamt zurückzahlen. Die nachgelagerte Besteuerung der gesamten Rentenzahlung erfolgt auch dann, wenn gar keine Zahlung erfolgt, weil die Vertragsguthaben bereits verfügt werden. Riester-Verträge, die zur Eigenheimfinanzierung genutzt werden, werden fiktiv auf einem so genannten Wohnförderkonto fortgeschrieben und mit zwei Prozent im Jahr verzinst. Je nach dem persönlichen Steuersatz, der in der Rentenzahlung gilt, ist dementsprechend mit zusätzlichen Belastungen zu rechnen. Wer dann die gesamte Steuerschuld in einem Betrag an das Finanzamt zahlt, erhält einen Rabatt in Höhe von 30 Prozent. Andernfalls wird die Steuerschuld über die Zeit zwischen Renteneintritt und dem 85. Lebensjahr des Vertragsinhabers gleichmäßig aufgeteilt. Trotz des Rabatts ist letztere Variante vorzuziehen, da die Steuerschuld nicht verzinst wird.

Trotz der steuerlichen Behandlung in der Rentenphase stellt der „Wohn-Riester“ ein attraktives und für breite Bevölkerungsgruppen geeignetes Instrument dar, mit dem der Einzug in die eigenen vier Wände deutlich leichter von Statten geht. Sofern sich im Zeitverlauf die Nutzung des Rentenvertrages zur Hypothekentilgung erübrigt, können die entnommenen Vertragsguthaben unproblematisch wieder zurückbezahlt werden und es steht ein gewöhnlicher Riester-Vertrag mit all seinen Vorteilen (Zulagen, Pfändungssicherheit etc.) zur Verfügung.