Wer mit seinem Unternehmen in der globalisierten Welt bestehen möchte, ist gezwungen, sich der ständigen und immer schnelleren Veränderungen zu stellen. Die guten alten Firmenstrukturen (oft Familienunternehmen mit Tradition) mit ihrem Patriarchen an der Spitze, der nach Gutdünken seine einsamen Entscheidungen trifft, die dann seine Mitarbeiter mit größter Mühe ausbaden, funktionieren nun schon lange nicht mehr.

Wirklich erfolgreich sind jene Unternehmen, in denen verstanden wurde, dass die Mitarbeiter als Partner auf Augenhöhe bei wichtigen Entscheidungen mitgenommen werden müssen. Wie solche Strategien aussehen und funktionieren, kann in verschiedenen Seminaren und Veranstaltungen erlernt werden, wie zum Beispiel hier.

Design Thinking gehört in die erste Reihe dieser modernen Konzepte. Es ist eigentlich eher eine Art “Denkschule”, deren Wurzeln bereits in die 1960er Jahre zurückreichen. Dabei werden die Sicht- und Denkweisen des Designers übertragen auf alle Entscheidungen, die im Rahmen einer neuen Produktentwicklung oder eines neuen Dienstleistungsangebots zu fällen sind.

Aber wie ticken Designer eigentlich?
Worin besteht ihr Trick, das perfekte Outfit für das neue Produkt zu finden?
Warum kann es funktionieren, diese Vorgehensweise auf wesentliche Unternehmensentscheidungen erfolgreich anzuwenden?

Die sechs Schritte zur Entscheidungsfindung mit Design Thinking

Das erklärte Ziel dieser Methode der sechs Schritte ist es, ein neues Produkt auf den Markt zu bringen, das perfekt an die Bedürfnisse und Wünsche der ausgemachten Zielgruppe angepasst ist.

1. Verstehen

Dies ist der bedeutsame erste Schritt, der überhaupt erst das genaue Definieren des “Problems” ermöglicht. Dabei wird jede Fragestellung aus mehreren Blickwinkeln betrachtet, um so die Wahrscheinlichkeit zu minimieren, einen Aspekt bei der Entscheidungsfindung zu übersehen.

2. Beobachten

Bereits jetzt wird der direkte Kontakt zu möglichst vielen Mitgliedern der Zielgruppe gesucht. Auf der Basis von Interviews und durch Analysieren ihrer Verhaltensweisen werden wichtige Informationen über die zukünftigen Kunden gewonnen.

3. Analyse und Gewichtung

Dies betrifft alle bisher gewonnenen Informationen und Erkenntnisse. Die richtige Unterscheidung von wichtig und unwichtig sowie das Setzen von angemessenen Prioritäten stehen hierbei im Fokus. Im Ergebnis kristallisiert sich dabei eine klare Definition des Problems heraus.

4. Innovative Lösungsvorschläge

Erst jetzt werden Ideen ausgearbeitet, zugleich aber auch hinsichtlich ihrer Umsetzbarkeit überprüft. Dieser Prozess ist für alle Beteiligten besonders interessant und spannend, auch in gruppendynamischer Hinsicht, weil dabei möglichst auf einengende Vorgaben und Hierarchien untereinander verzichtet wird, was ein Höchstmaß an wertvoller Kreativität ermöglicht.

5. Erstellung des Prototyps

Für jene Mitarbeiter, die sich jetzt noch nicht die Denkweise des Designers angeeignet haben, ist diese Arbeitsphase besonders ungewohnt. Aber der Prototyp “in der Hand” ist wichtig, um allen das neue Produkt mit allen Sinnen erfahrbar zu machen. Erst dadurch können alle Mitarbeiter ihre persönliche Beziehung zu dem neuen Produkt aufbauen, das gelingt schlichtweg nicht mit abstrakten Beschreibungen auf geduldigem Papier.

6. Die Erprobung

Künftigen Nutzern wird das Produkt zur Verfügung gestellt. Von ihnen kommt Feedback mit wertvollen Hinweisen über mögliche Schwachstellen, die noch ausgemerzt werden können. Auch die Verbesserungsvorschläge der Nutzer, die ganz unvoreingenommen von außen das neue Produkt in Augenschein nehmen oder einfach ausprobieren, können eine kleine Revolution bedeuten. Im Ergebnis steht dann ein Produkt, das wirklich alle wollen und sehr erfolgreich vermarktet werden kann.

Design Thinking konsequent angewendet ist in der Tat ein sehr effizientes Werkzeug für die Produktentwicklung und zugleich auch ein Weg des Voranschreitens bei der Entscheidungsfindung im modernen Unternehmen.

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