Der demographische Wandel in der BRD lässt keinen Zweifel zu: Privates Engagement um eine ausreichende Altersversorgung ist unverzichtbar, soll im wohlverdienten Ruhestand ein auskömmliches Einkommen zur Verfügung stehen. Möglichkeiten, ein finanzielles Polster aufzubauen, existieren genügend: Staatlich geförderte Maßnahmen, wie die Riester- oder die Rürup-Rente stehen dabei in Konkurrenz zu privaten Rentenversicherungen, Kapitallebensversicherungen etc. In vielen Fällen kann auch eine Kombination mehrerer Produkte eine Lösung des Vorsorge-Problems darstellen.

Arbeitnehmer sollten in jedem Fall die Riester-Rente in Anspruch nehmen: Die Kombination aus staatlichen Zuschüssen und steuerlichen Vorteilen macht die vor rund sechs Jahren eingeführte Variante der staatlich geförderten Altersvorsorge für jede Einkommensklasse attraktiv. Wer vier Prozent seines sozialversicherungspflichtigen Einkommens in einen zertifizierten Vertrag einzahlt, erwirbt dadurch den Anspruch auf die vollständigen Zulagen. Diese setzen sich aus der Grundzulage in Höhe von 154 Euro sowie ggf. der Kinderzulage über 185 Euro zusammen. Darüber hinaus können Einzahlungen in Riester-Verträge im Rahmen des Sonderausgabenabzugs steuerlich geltend gemacht werden. Die maximale Einzahlung, die zum Erwerb des Zulagenanspruchs notwendig ist, beträgt 2100 Euro abzüglich der Zulagen im Jahr. Auch wenn kein eigenes Einkommen erzielt wird, dem Grunde nach aber Rentenversicherungspflicht besteht, bietet die Riester-Rente attraktive Konditionen: Durch die Einzahlung des Sockelbetrages in den Rentenvertrag (derzeit 60 Euro im Jahr) wird der Anspruch auf Grund- und Kinderzulage erworben. Die Rentenphase eines Riester-Vertrages kann ab der Vollendung des 60. Lebensjahres beginnen und erfolgt in Gestalt einer lebenslangen, monatlichen Rente. Bis zu 30 Prozent des bei Rentenbeginn zur Verfügung stehenden Vertragsguthabens können auch als Kapitalabfindung ausgezahlt werden. Die Rentenzahlungen werden in voller Höhe mit dem persönlichen Steuersatz des Empfängers versteuert.

Freiberufler und Unternehmer können mit der Rürup-Rente für ihr Alter vorsorgen. Diese sieht zwar keinen staatlichen Zuschuss vor, gewährt aber steuerliche Vorteile. Bis zu 20.000 Euro im Jahr können geltend gemacht werden – derzeit allerdings zu lediglich 58 Prozent, wobei sich dieser Prozentsatz jedes Jahr erhöht. Die Verrentung kann bei der Rürup-Rente ebenfalls ab dem 61. Lebensjahr beginnen. Zu erwähnen ist allerdings, dass im Falle des Ablebens des Vertragsinhabers sämtliche Ansprüche aus der Rürup-Rente erlöschen – die Erben gehen leer aus.

Sowohl die Riester- als auch die Rürup-Rente bieten gegenüber privaten Rentenversicherungen einen bedeutenden Vorteil: In der Ansparphase sind die Vertragsguthaben gegen Pfändung durch Gläubiger geschützt und werden auch bei der Vermögensanrechnung im Rahmen eines ALG-II-Antrags nicht berücksichtigt.