Aus welchem Grund gibt es Autoreifen mit verschiedenen Beschaffenheiten? Welche Unterschiede gibt es bei Autoreifen und was ist zu bedenken bei der Auswahl? Das Gespräch mit Fachpersonal hilft, doch grundsätzliche Informationen sind nützlich, um das Thema persönlich zu erfassen.

Wetter und Untergrund – zwei Faktoren für unterschiedliche Autoreifen

Im Autosport sind spezielle Reifen ebenso entscheidend wie das Auto selbst. In dieser Sparte gibt es eine Vielzahl verschiedener Reifenarten, die je nach Sportart und Anforderung extrem variieren. Doch auch beim Standard-PKW bietet der Fachhandel z.B. Reifendirekt.de Autoreifen und Reifensets mit individuellen Fähigkeiten. Zwar benötigt der tägliche motorisierte Individualverkehr keine Reifen mit Hochleistungsmerkmalen. Doch bei aller Fahrerfahrung und technischer Raffinesse, mit denen moderne Fahrzeuge zunehmend ausgestattet sind, wird ein wichtiger Aspekt gern vergessen: Die klimatischen Bedingungen. Die besten Straßen und durchdachtesten Verkehrssysteme sind im Zweifelsfall machtlos, wenn Regen, Sturmböen, Schnee und Eis die Strecke unberechenbar machen.

Hier liegt der direkte Zusammenhang zwischen Wetter und Untergrund, denn ein passend gewähltes Set Autoreifen reagiert optimal auch auf widrige Witterungs- und Bodenverhältnisse. Naturgemäß hängen Klima und Boden untrennbar zusammen, denn alles, was sozusagen in der Luft passiert, geschieht auch auf der Erdoberfläche. Ist die Luft feucht und neblig, so wird sich auf der Straße sehr wahrscheinlich ein Film Kondenswasser bilden, der den Bremsweg erheblich verlängert. Schnee und Eis sind nicht nur eine Gefahr bei Niederschlag und Bodenfrost. Die Kombination aus kalter Luft und Feuchtigkeit kann die Asphaltoberfläche unerwartet abkühlen, sodass ein Fahrzeug plötzlich ausscheren kann. Nicht zuletzt sind viele Straßen bedeckt von Laub, Sand oder Abfall und wie die Oberfläche darunter beschaffen ist, wird im Zweifelsfall erst sichtbar, wenn der Unfall bereits passiert ist.

Sag mir wo du wohnst …

…und ich sag dir, welche Reifen du brauchst. In der Regel beeinflusst die Region, in der vorzugsweise gefahren werden soll, die Auswahl der Autoreifenart. Die individuellen klimatischen Bedingungen haben einen direkten Einfluss auf Straßen und Verkehr. Darum ergeben sich drei Reifenarten:

Sommerreifen – warm und heiß

Dieser Reifentyp empfiehlt sich, wie der Name bereits vermuten lässt, für die Nutzung im Sommer. Wasser und schwierige Bodengründe sind während der warmen Jahreszeit kein bedeutsames Problem für das Material. Kritisch sind allerdings die hohen Temperaturen, insbesondere in Kombination mit hohen Geschwindigkeiten. Auch wenn die Luft noch nicht bemerkenswert warm sein sollte, kann gerade bei direktem Sonnenschein eine erstaunliche Aufheizung der Straßenoberfläche passieren. Die Hitze wirkt direkt auf das Material der Reifen und ein erhöhter Materialabrieb ist zu befürchten. Deshalb ist die Gummimischung von Sommerreifen so konzipiert, dass hohe Temperaturen nicht zur Erweichung des Materials führen. Neben witterungsbedingter Wärme entsteht gerade bei höheren Geschwindigkeiten Wärme durch Reibung auf der Straßenoberfläche. Das Ziel guter Sommerreifen ist es, trotz Hitze und erhöhter Abriebgefahr die Reifenhaftung und Fahrstabilität zu erhalten. Ein völliger Verschleiß des Reifenprofils kann allerdings nicht verhindert werden und es besteht bei Nässe und mangelhaft tiefem Profil die Gefahr des Aquaplanings. Aus diesen Gründen sieht der Gesetzgeber eine Reifenprofiltiefe für Sommerreifen von mindestens 1,6 Millimetern vor, wohingegen Automobilverbände mindestens 3 Millimeter empfehlen.

Winterreifen – Matsch und Schnee

Diese Autoreifen werden im Fachjargon als M+S-Reifen bezeichnet, was Matsch- und Schneereifen beschreibt. Im Winter ist es wichtig, dass das Gummi der Reifen nicht steif und spröde wird. Die Fahreigenschaften würden erheblich beeinträchtig und das Material ist der Gefahr von (Mikro-)Rissen ausgesetzt. Die Gummimischung muss also auch bei Kälte und Nässe stets elastisch bleiben, damit die Kraftübertragung zwischen Reifen und Straße gewährleistet werden kann. Gegenüber „Normalreifen“ unterscheiden sich Winterreifen durch prägnantere Profile, den Einsatz von Stollen und speziellen Lamellen. Die größeren Abstände und der Aufbau dieser Profile sollen dazu dienen, bei Schnee und Eis eine höchstmögliche Traktion zu bieten, denn die größte Gefahr im winterlichen Straßenverkehr liegt im Verlust der Fahrzeugkontrolle. Die technischen Anforderungen an Winterreifen werden vom Gesetzgeber vorgegeben und umfassen sogar Geschwindigkeitsvorgaben. Gesetzlich sind 1,4 Millimeter Profiltiefe ausreichend, die Automobilverbände wie der ADAC empfehlen mindestens 4 Millimeter und den Austausch der Reifen nach maximal 6 Jahren Nutzung.

Ganzjahresreifen – für jedes (Durchschnitts-)Wetter

Diese Reifen bieten sich in Regionen an, in denen die Temperaturunterschiede zwischen den Jahreszeiten nicht sehr markant sind oder für Großstädte und Metropolen. Sie eignen sich ideal für die ganzjährige Nutzung bei jedem Wetter und werden deshalb auch Allwetterreifen genannt. Die Region, in der gefahren werden soll, ist für diese Reifen entscheidend. Während in Ländern wie England fast ausschließlich diese Reifen genutzt werden, ist das in den Alpen völlig unüblich. Ganzjahresreifen sind ein technischer Kompromiss zwischen Winter- und Sommerreifen, was sich im Aufbau des Profils als Mischung der Reifenarten erkennen lässt. Zudem werden diese Reifen gern genutzt, wenn absehbar wenig gefahren wird. Als Übersicht für diesen Reifen gilt:

  • Längsrillen im Profil zur Vermeidung von Aquaplaning
  • Profilblock-Verzahnungen für höhere Traktion bei Kälte und Schnee
  • Gummimischung passend für Sommer und Winter, allerdings mit erhöhtem Abrieb und Kraftstoffverbrauch im Sommer und weniger „Zuverlässigkeit“ im Winter

Fazit im Unterschied

Gut ausgewählte Reifen wiegen fehlende Umsicht, Unvernunft und riskantes Verhalten beim Fahren nicht auf und sie machen unpassierbare Strecken nicht wieder befahrbar. Doch spezielle Reifen sind ideal auf entsprechende Umweltbedingungen entwickelt worden, sodass Witterung und Bodenbeschaffenheit bestmöglich begegnet werden kann. Aus diesen und vielen anderen Gründen ergeben sich für den persönlichen PKW grundsätzlich drei verschiedene Reifenarten.