Sie wollen Ihren Job hinter sich lassen und sich in einem anderen Bereich etwas Neues aufbauen? Damit sind Sie nicht allein. Viele Menschen in Deutschland würden gern den Beruf wechseln. Ein Quereinstieg in einer anderen Branche ist durchaus machbar, aber dafür sollten Sie die richtigen Voraussetzungen mitbringen.

1. Möglichkeiten eruieren

LehrerIn einigen Branchen ist ein Quereinstieg unmöglich. Sie können beispielsweise nicht beschließen, dass Sie, nachdem Sie als Redakteur über medizinische Themen geschrieben haben, nun als Arzt arbeiten möchten. Das gilt für alle geschützten Berufe: Für sie ist zwingend eine besondere Ausbildung vonnöten. Allerdings gibt es verschiedene Branchen, die sich stark weiterentwickeln oder in denen Fachkräftemangel herrscht. Hier haben Quereinsteiger relativ gute Chancen. Dazu gehören etwa Lehramt, Erziehung und die Pflege. In diesen Bereichen müssen Sie für einen Quereinstieg eine verkürzte Zusatzausbildung absolvieren. Welche genau das ist, hängt von den unterschiedlichen Zugangsberechtigungen der Länder ab.

Haben Sie Verkaufstalent, verfügen über einige notwendige betriebswirtschaftliche Grundlagen und haben Sie gern mit Menschen zu tun, können Sie auch als Immobilienmakler erfolgreich werden. Zu den Wachstumsbranchen wiederum gehören ganz klar die IT-Branche und die Neuen Medien. In Ersterer sollten Sie auf jeden Fall Kenntnisse im Programmieren mitbringen. Der Bedarf in diesem Bereich ist deutlich höher als die Zahl der Fachkräfte. Und wenn Sie sich mit den Sozialen Netzwerken sehr gut auskennen, können Sie als Social Media Manager ganz neu durchstarten. Auch die Unternehmensberatung ist ein weites Berufsfeld, bei dem es eher auf Kenntnisse als auf Berufserfahrung ankommt.

2. Erfahrung und Fachwissen sammeln

Natürlich haben Sie bislang keine Berufserfahrung in der angestrebten Branche. Um die Ernsthaftigkeit Ihres Wunsches zu beweisen und die passenden Fähigkeiten unter Beweis zu stellen, sollten Sie ein Praktikum in einem passenden Unternehmen absolvieren, ehrenamtlich Aufgaben übernehmen oder freiwillig aushelfen. Vernachlässigen Sie aber auch die theoretische Seite nicht! Sie müssen Ihre potenziellen Arbeitgeber überzeugen, dass es Ihnen ernst ist. Lesen Sie also Fachzeitschriften oder Blogs, wissen Sie um die großen Player auf dem jeweiligen Markt und um die neuesten Begebenheiten Bescheid, zeigen Sie leidenschaftliches Interesse.

3. Nicht blindlings hineinstolpern

Als Neuling in einer Branche sollten Sie sich vernetzen, so gut es geht. Besuchen Sie Fachmessen, sprechen Sie mit Freunden oder Bekannten, die in entsprechenden Unternehmen arbeiten. Und sind Sie tatsächlich so weit, dass Sie konkret nach einer Stelle suchen, können Sie sich zum Beispiel auf www.instaffo.com anmelden und ein Profil erstellen, indem Sie Ihren Werdegang, Ihre Fähigkeiten, Interessen und Soft Skills angeben. Unternehmen suchen hier gezielt nach passenden Fachkräften, und ein engagierter Quereinsteiger kann neue Arbeitgeber von sich überzeugen. Auch der Blog bietet viele hilfreiche Themen.

4. Motivation definieren und erklären können

Hinterfragen Sie genau, weshalb Sie einen Quereinstieg in einer anderen Branche wünschen. Reine Wut oder Frustration wegen Ihres aktuellen Jobs ist nämlich nicht genug. Listen Sie auf, welche Aufgabenfelder Ihnen noch gefallen und welche nicht – möglicherweise reicht ein Arbeitsplatzwechsel innerhalb der Branche aus. Sind Sie sich jedoch sicher, müssen Sie Ihre Beweggründe schlüssig und überlegt Ihren potenziellen neuen Arbeitgebern darlegen können. Die Frage nach dem Wunsch zum Wechsel kommt bestimmt, und Sie werden Ihr Gegenüber davon überzeugen müssen, dass es Ihnen ernst mit dem großen Einschnitt im Leben ist.

5. Lernwillen und Geduld

Gerade für erwachsene, gestandene Menschen ist es oft nicht leicht, sich von anderen belehren zu lassen. Als Quereinsteiger müssen Sie aber den Mut und die Offenheit zum Wandel mit der Demut verbinden, die nötig ist, um sich von oft auch jüngeren Kollegen belehren zu lassen. Unterschätzen Sie das nicht! Lernwillen ist unabdingbar für den Quereinstieg, ebenso wie Geduld und Hartnäckigkeit. Wer fachfremd eingestellt werden möchte, muss langfristig überzeugen.

Bildquelle: © WikimediaImages (910261) – pixabay.com