Existenzgründer-Coaches, Investoren und Kreditprüfer sehen sie andauernd: Schlechte Businesspläne. Entweder sind die Inhalte nur oberflächlich zusammenkopiert worden, die Zahlen ergeben keinen Sinn oder der Gründer hat keinerlei Bodenhaftung in seiner Euphorie. Somit sind oft nicht mehr als 10-20% der eingereichten Unternehmenskonzepte mit der Note sehr gut oder gut zu bewerten. (Quelle: www.foerderland.de)

In diesem Artikel erfahren Sie, nach welchen Richtlinien ein erfahrener Businessplanberater vorgeht, um einen Businessplan auf Qualitätsaspekte hin zu untersuchen und zu verbessern. Die gröbsten Fehler sind leicht zu vermeiden und bei den Feinheiten haben Sie in der Regel ein oder zwei Möglichkeiten um nach den ersten Gesprächen mit den Kreditgebern die nötigen Korrekturen vornehmen zu lassen oder selbst vorzunehmen.

Der einzige Tanz, der im Businessplan erlaubt ist: Substanz

Nicht selten reden Gründer um den heißen Brei herum, wählen blumige Formulierungen oder verlieren sich in selbstsicheren, euphorischen Ausschweifungen. Halten Sie sich unbedingt an die grundsätzlichen Proportionen der einzelnen Gliederungspunkte im Businessplan und denken Sie immer daran, dass Sie nüchtern, kompakt und sachlich bleiben müssen.

Nachfolgend ein Beispiel für die ideale Verteilung der Inhalte in Ihrem Businessplan:

  • Zusammenfassung (Executive Summary): 5 %
  • Erläuterungen zum Produkt/zur Leistung: 8 %
  • Alleinstellungsmerkmale: 4-6 %
  • Unternehmensziele/Vision/Strategie/Mission: 3 %
  • Marktanalyse: 15-18 %
  • Wettbewerbsanalyse: 8-10 %
  • Zielgruppe: 5 %
  • Standortanalyse: 3-5 % (abhängig von der Art des Unternehmens)
  • SWOT/Risikoanalyse: 5 %
  • Kunden/Lieferanten/Partner: 6 %
  • Marketingplan: 13 %
  • über den Gründer: 3 % (je Gründungsmitglied)
  • Team/Personal: 3 %
  • Rechtsform/Operatives: 3 %
  • Kommentare zum Finanzplan: 6-8 % (je nach Kapitalisierung)

Nicht bei allen Businessplänen sind die genannten Bestandteile erforderlich oder vorhanden. Sie dienen jedoch als gute Orientierung dafür, auf welche Teile es im Businessplan besonders ankommt. Dementsprechend ist klar, dass beispielsweise ein Tech-Startup andere Prioritäten und Anforderungsprofile aufweist, als die Imbissbude von nebenan.

Zahlen malen: Wie Sie eine Finanzplan-Blamage vermeiden

Die Praxis zeigt, dass sich Gründer insbesondere beim Finanzplan überfordert fühlen, da das Niveau der Abstraktion hier noch stärker ausgeprägt ist als beim schriftlichen Teil.

Wichtig sind vor allem folgende Punkte:

  • Genügend Liquidität bewahren: Ein gutes Polster ist ca. 20 % der Gesamtkapitalisierung
  • Zinsab-/zuflüsse und Tilgung korrekt berechnen und im Plan berücksichtigen
  • Realistische Umsätze schätzen
  • Break-Even zu einem realistischen Zeitpunkt erreichen (bei den meisten Gründungen ist der realistische Zeitpunkt ab dem zweiten Jahr aber kann bei manchen, insbesondere Tech-Startup Gründungen auch weit in der Zukunft liegen)
  • Wenigstens das erste Jahr auf Monate runterbrechen und die Projektionen mindestens auf drei Jahre vornehmen
  • Realistische Kosten und Investitionsgrößen schätzen

Natürlich gibt es noch eine ganze Reihe von Punkten, die beim Finanzplan der Erwähnung bedürfen. In der Regel sind Sie gut beraten, wenn Sie sich speziell für den Finanzplan Hilfe von Dritten holen.

Fazit: Businessplan-Qualität ist ein vielschichtiges Thema

Für ein Dokument, welches Gründern Zehntausende, manchmal Hunderttausende oder sogar Millionen von Euro an Finanzierung einbringen könnte, wird das Thema Businessplan aktuell noch immer von zu vielen Unternehmern zu stiefmütterlich behandelt. Doch die Toleranz für Businessplan-Muffel nimmt bei den üblichen Empfängern von Businessplänen immer mehr ab, zugleich steigen die Anforderungen was Tiefe und Breite der Analysen anbelangt.

Betrachten Sie die Businessplanerstellung als eine Priorität für Sie als angehenden Unternehmer. Es gibt sehr viele Ressourcen, welche Ihrem Verständnis der Thematik dienlich sein können. Lassen Sie es nicht zu, dass Ihnen aufgrund vermeidbarer Fehler der Weg zu Ihrem Traum verwehrt bleibt – ein guter Businessplan lohnt sich immer, und ist in den meisten Fällen nur einige Stunden konzentrierter Arbeit entfernt.