Blindverkostungen sind die Königsdisziplin der Weikennerschaft. Aber was ist das genau?
Ganz einfach. Eine Blindprobe ist ein Weintest ohne sichtbares Etikett, bei dem nichts über die entsprechenden Weine bekannt gegeben wird, damit keine äußeren Einflüsse auf die Geschmacksempfindung einwirken können. Es ist die objektivste Art, einen Wein zu testen. Nur die Charakteristika des Weines sollen für ihn sprechen, also seine Aromen, Säure- und Zuckergehalt und bei Rotweinen die berüchtigten Gerbstoffe (Tannine), die einen großen Rotwein zu dem machen, was er ist.

Denn der Name eines berühmten Winzers, der eines bekannten Weinbaugebiets oder auch nur die Kenntnis der Rebensorte könnte das Urteil trüben. Üblicherweise bekommt man Wein aus umhüllten Flaschen eingeschenkt. Dabei erkennt man anhand der Weinfarbe zumindest, ob man einen Rot-, Weiß-, oder Roséwein im Glas hat. Es gibt aber auch Blindproben, bei denen Wein in schwarzen Gläsern gereicht wird. Selbst erfahrene Weinprofis können bei so einer Blindprobe erstaunlich oft nicht unterscheiden, ob sie einen Rot- oder Weißwein trinken. Jedenfalls ist die Blindprobe eine echte Herausforderung, zu der meistens nur fortgeschrittene Weinfreunde eingeladen werden. Ohne Übung und Vorkenntnisse ist die Teilnahme an einer Blindprobe wenig sinnvoll.

Üblicherweise wird so eine Blindverkostung von einer Person geleitet, die Bescheid weiß, also die Reihenfolge der verkosteten Weine bestimmt (leicht vor mittelkräftig bis kräftig), die verschiedenen Angaben und Eindrücke der teilnehmenden Personen moderiert und letztendlich nach der Verkostung die Identität der probierten Weine enthüllt. Eine gelungene Blindprobe kann jedenfalls ein großes und lehrreiches Vergnügen sein.

Oftmals probiert man Produkte ein und desselben Anbaugebietes und aus einem Jahrgang. Das nennt man dann „Horizontale“. Wenn man nur die Weine eines einzigen Erzeugers aus verschiedenen Jahrgängen verkostet, heißt das „Vertikale“. Blindverkostungen sind bei ehrgeizigen Weinkennern beliebt, denn sie schärfen die Sinne und lehren, sich auf die puren Geschmackseindrücke zu konzentrieren. Meistens werden nicht völlig unterschiedliche Weintypen verkostet.
Weitere Informationen und Weintipps gibt es auf www.CaptainCork.com.