Eine Lese- und Rechtschreibschwäche, kurz LRS, wird neben genetisch bedingten Anlagen auch von kindlichen Wahrnehmungsproblemen verursacht und durch einen hohen Fernsehkonsum verstärkt. Das Lesen und Schreiben fällt diesen Kindern schwer, insbesondere wenn sie im häuslichen Umfeld nicht genügend gefördert werden.

Eltern sind die wichtigsten Vorbilder beim mündlichen Spracherwerb, sie leben auch den Umgang mit schriftlichen Medien vor. Wenn Eltern Kindern vorlesen, Kinder ihre Eltern beim Zeitunglesen beobachten oder in der Freizeit, z.B. in der Bahn oder im Freibad gelesen wird, ist für den Nachwuchs der Umgang mit Büchern ganz normal. Falls die Eltern ihre Kinder nicht leseaffin sozialisieren und später in der Schule eine LRS diagnostiziert wird, kann diese noch behoben werden. Je früher sie erkannt wird, umso besser gelingt es, dass das Kind ein lexikalisches Gedächtnis aufbaut.

Elterlicher Druck in Form von verstärktem Üben, Diktatschreiben, Leseübungen führt dem Kind jedoch nur seine Problematik vor, es lehnt das Lesen und Schreiben noch mehr ab und wird sich diesen unangenehmen Übungen entziehen. Besonders wenn nach einigen Wochen trotz fleißigen Übens kein Erfolg auftritt und die Eltern immer ungeduldiger werden, da sie sich Sorgen um die Schullaufbahn des Kindes machen, kann das Familienklima darunter leiden.

Besser ist es daher, spielerisch das Problem mit dem Lesen und Schreiben in den Griff zu bekommen. Die Kinder müssen zuerst den Aufbau von Worten über das Gehör lernen und so Wortstämme von Vorsilben oder Endungen unterscheiden, bevor sie sich an das Lesen und Schreiben wagen. Dies müssen sie ganzheitlich mit allen Sinnen erlernen, Kinder fassen Buchstaben an, laufen sie nach, spüren sie, wenn andere ihnen ein “A” mit dem Finger auf den Rücken schreiben. Damit diese spielerische Annäherung gelingt, können Eltern und Lehrer auf Lernspiele zurückgreifen, die ganzheitlich ausgerichtet sind und optisch ansprechend aufbereitet wurden, sodass sich das Kind gerne damit befasst. Der spielerische Aspekt steht dabei im Vordergrund und Erfolgserlebnisse machen die Aufarbeitung des Defizits möglich. Das Kind verliert die Angst vor dem Lesen und Schreiben, wird entspannter und macht auch deshalb weniger Fehler.

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