Zwischen der Auslegung der Astrologie in Indien und China gibt es gravierende Unterschiede, die sich auch im Vergleich zur mitteleuropäischen Herangehensweise an die Astrologie zeigen. Anders als die chinesische Astrologie setzt die indische Astrologie, auch Jyotisha genannt, auf die Sternenstände als Grundlage aller Berechnungen. Damit ist die indische Astrologie der europäischen Variante ähnlicher als die chinesische Astrologie.

Welche Besonderheiten hat die chinesische Astrologie?

Eine Berücksichtigung der Sternenstände im Moment der Geburt eines Menschen kennt die chinesische Astrologie nicht. Hier wird ein immerwährender Kalender, der so genannte Lumisolare Kalender, zugrunde gelegt, bei dem einzelnen Zeitabschnitten bestimmte Bedeutungen zugeordnet werden. Das zeigt sich allein schon daran, dass die Perioden der Sternzeichen vom Hahn bis zum Hasen jeweils mehr als ein Jahr umfassen. Jedes Jahr ist einem bestimmten Sternzeichen gewidmet. Daraus leitet die chinesische Astrologie einen unterschiedlich starken Einfluss der Elemente Erde, Feuer, Holz, Metall und Wasser ab. Sie wiederum sind mit den Planeten Jupiter, Mars, Merkur, Saturn und Venus verbunden. Statt der bei der europäischen Astrologie angewendeten Häuser arbeitet die chinesische Astrologie mit einer Kombination aus den Erdzweigen und den Himmelsrichtungen. Außerdem bezieht sie die Elemente Yin und Yang mit ein. Sie stellen die Pendants zum Medium Coeli in der europäischen Astrologie dar.

Die indische Astrologie alias Jyotisha und Vedanga

Die indische Astrologie verwendet zur Bestimmung der jeweiligen Einflüsse die Anordnung der Himmelskörper. Während die europäische Astrologie davon ausgeht, dass die Sternenstellung zum Zeitpunkt der Geburt den Lebensweg entscheidend bestimmt, denkt die indische Astrologie genau umgekehrt. Ursache ist der Glaube an die Wiedergeburt. Die indische Astrologie geht davon aus, dass die Taten aus früheren Leben darüber bestimmen, unter welchen Sternenständen ein Lebewesen wiedergeboren wird. Eine Gemeinsamkeit mit der chinesischen Astrologie besteht darin, dass dem Mond eine sehr wichtige Bedeutung zugemessen wird, während in der westlichen Astrologie die Sonne im Mittelpunkt steht. Das zeigt sich auch bei der Lebensberatung nach westlicher, indischer oder chinesischer Grundlage. Alle Sternenstände werden in der indischen Astrologie anhand des Fixsterns Spica berechnet und daraus der siderische Tierkreis abgeleitet. Diese Tierkreiszeichen werden Rashis genannt. Die Häuser leiten sich vom Mond ab und werden als Nakshatras bezeichnet. Eine Besonderheit gegenüber der westlichen und chinesischen Astrologie ist eine Teilung der Häuser in vier Unterabschnitte, die Nakshadra Pada, denen je eine Silbe aus dem Sanskrit zugeordnet wird.

Woher resultieren die Unterschiede bei der Astrologie?

Die chinesische und indische Astrologie werden sehr stark vom religiösen Glauben beeinflusst. Das wird an der Koppelung der Nakshadra Padas mit Sanskritsilben in der indischen Astrologie besonders deutlich. Die europäische Astrologie dagegen verwendet Elemente, die gut als wissenschaftlicher Ansatz bezeichnet werden können, da beispielsweise Gunter Sachs einen statistischen Nachweis zu den Behauptungen der Astrologen erbracht hat.

Quelle

http://wiki.astro.com/astrowiki/de/Indische_Astrologie