Wer Schlösser knack bewegt sich eigentlich für gewöhnlich in einer rechtlich eher zweifelhaften Tätigkeit oder arbeitet beim Schlüsseldienst. Jedoch wird das Öffnen von Vorhängeschlössern, und zwar ohne Schlüssel, das sogenannte „Lockpicking“ als Hobby bei verschiedenen Hobby-Gruppierungen immer beliebter.
Zum einen gibt es hier richtige Meisterschaften, bei denen die Teilnehmer versuchen mit Dietrichen Schlösser so schnell wie möglich zu öffnen. Und sogar einen eigenen Verein gibt es für dieses Hobby: den SSDeV (Sportfreunde der Sperrtechnik – Deutschland e.V.).

Eine aber noch bekanntere Gruppe dürften die Geocacher sein. Auch beim Geocaching werden nämlich die sogenannten Caches mitunter mit Schlössern versehen und die Geocacher haben die Aufgabe diese mit einem Lockpicking Set, also einem Werkzeugsatz zum Öffnen von Vorhängeschlössern, zu knacken. Das Ganze natürlich, ohne dabei das Schloss zu demolieren oder zu zerstören. Solche Logpicking Sets gibt es in vielen Geocaching Shops in verschiedenen Ausführungen – von der Luxusvariante im Lederetui, über das Einsteiger-Set bis hin zur portablen Kompaktlösung für die Hosentasche. Was alle Tools gemeinsam haben ist jeweils mindestens ein „Spanner“ mit dem der Schlosszylinder auf Zug gebracht wird und einige „Dietriche“, mit denen die Stifte innerhalb des Schlosszylinders betätigt werden.

Sie sehen also, wer Schlösser knackt, muss nicht zwingend ein Einbrecher oder Dieb sein. Vielleicht handelt es sich auch nur um einen Geocacher, der seinem Hobby bei der modernen Schnitzeljagt fröhnt.
Aufpassen sollte man übrigens, wenn man ein Lockpicking Set in der Tasche hat und ins Ausland fährt. Nicht überall sind die kleinen Helferlein erlaubt. So sind sie zum Beispiel in England verboten.

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