Die Fortbildung zum geprüften Wirtschaftsfachwirt bietet den Teilnehmern die viel versprechende Gelegenheit, sich zukünftig für höhere Unternehmenspositionen zu qualifizieren. Einzige Voraussetzungen für die Teilnahme an der Fortbildung sind, dass eine abgeschlossene Ausbildung in einem anerkannten kaufmännischen oder verwaltenden Beruf und mindestens ein Jahr Berufserfahrung vorgewiesen werden können.

Inhalt der Fortbildung

In der Fortbildung zum Wirtschaftsfachwirt werden die Teilnehmer gezielt auf leitende Positionen im mittleren Management vorbereitet.



Dazu werden Kenntnisse in den folgenden Tätigkeitsbereichen vermittelt:
• Rechnungswesen und Controlling
• Vertrieb
• Marketing
• Einkauf
• Personalwesen
Das gesamte Wissen wird branchenunabhängig instruiert. Eine Spezialisierung in diesem Sinne ist auch nicht das Ziel der Fortbildung, denn der Wirtschaftsfachwirt soll im späteren Berufsleben so vielseitig wie möglich einsetzbar sein.

Dauer

Wie lange die Fortbildung zum Wirtschaftsfachwirt dauert, hängt ganz davon ab, welcher Bildungsweg eingeschlagen wird. Es besteht die Möglichkeit, die Fortbildung über einen privaten Bildungsanbieter, einen Crashkurs, per Fernstudium oder direkt bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu bestreiten. Die meisten Teilnehmer absolvieren die Fortbildung nach wie vor nebenberuflich. Dann braucht es grundsätzlich anderthalb Jahre bis zum Abschluss. Wer von seinem Arbeitgeber eine Freistellung erhält und die Fortbildung in Vollzeit durchläuft, ist in drei bis sechs Monaten fertig. Noch schneller geht es mit einem Crashkurs, mit dem in 21 Tagen der Abschluss erzielt werden kann. Die Kosten für diese Variante fallen im Vergleich zu den anderen Möglichkeiten jedoch deutlich höher aus.

Prüfungen

Um den Abschluss als Wirtschaftsfachwirt zu erhalten, müssen am Ende der IHK-Fortbildung zwei Prüfungen in Form von Klausuren gemeistert werden. Als erstes steht der theoretische Prüfungsteil „Wirtschaftsbezogene Qualifikation“ an. Abgefragt werden Inhalte zur Volks- und Betriebswirtschaft, zum Rechnungswesen, zu Recht und Steuern sowie zur Unternehmensführung. Nur wenn die Teilnehmer diesen Prüfungsteil erfolgreich bestanden haben, können sie den zweiten Prüfungsteil, die „Handlungsspezifische Qualifikation“ absolvieren. Hier werden sie mit mehreren Situationsaufgaben konfrontiert, die sich an in der Berufspraxis auftretenden Fällen orientieren. Um die Aufgaben zu bewältigen, ist es erforderlich, das in der Fortbildung gewonnene Know-how aus den verschiedenen Tätigkeitsbereichen gedanklich zu verknüpfen, um praktische Lösungsvorschläge aufs Papier zu bringen.

Berufschancen

Die Perspektiven, die sich für den Absolventen der Fortbildung ergeben, sind aussichtsreich. Zum einen stehen durch den erweiterten Abschluss und die neu erworbenen Kenntnisse die Chancen für einen beruflichen Aufstieg und eine resultierende Gehaltserhöhung deutlich besser. Zum anderen bietet sich der Wirtschaftsfachwirt durch seine Vielseitigkeit und Branchenunabhängigkeit für nahezu alle mittelständische Unternehmen an – egal ob sie in der Gastronomie, in der Automobilbranche oder in der Lebensmittelindustrie tätig sind.

Fazit: für den nach einer neuen Herausforderung suchenden und einer größeren, beruflichen Verantwortung strebenden Arbeitnehmer ist die Fortbildung zum Wirtschaftsfachwirt eine attraktive Möglichkeit.

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