Die Zahl der Singles steigt in Deutschland Jahr für Jahr. Viele Menschen sind unfreiwillig allein, sehnen sich nach einem Partner, nach Liebe und Glück – genau darauf setzen Partneragenturen. Obwohl das Internet bei der Partnersuche inzwischen eine wichtige Rolle spielt, suchen jedes Jahr noch mehr als 150000 Frauen in Eheanbahnungs- und Partnerinstituten oder Heiratsvermittlungen ihr Glück. Häufig werden sie enttäuscht und zahlen viel Geld für unerfüllte Träume. Hier einige Tipps, worauf Sie bei Partneragenturen achten sollten und welche Fehler es zu vermeiden gilt…

Partnervermittlung nicht ohne Information
Bevor Sie sich vertraglich an ein Partnerinstitut binden, sollten Sie verschiedene Anbieter vergleichen – ähnlich wie bei Handwerkern. Denn: Partnerinstitute sind Dienstleistungsunternehmen. Informieren Sie sich über Folgendes:
• Welche Leistungen können Sie erwarten, z. B. wie viele Partner werden Ihnen garantiert vorgestellt? Vorsicht! Häufig werden Kunden mit vermeintlichen Partnern „angelockt!“, die für die Agentur nur als Model arbeiten, aber tatsächlich gar nicht vermittelt werden.
• Erkundigen Sie sich nach dem Ablauf der Vermittlung. Sollten Sie lediglich auf Singleveranstaltungen gehen, um einen Partner zu finden, brauchen Sie dafür keine teure Agentur. Wichtig ist der persönliche Kontakt, damit Sie sich einen Eindruck machen können.
• Was kostet die Vermittlung? Lassen Sie sich grundsätzlich nicht darauf ein, erst Mitglied in einem teuren Club werden zu müssen, damit Ihnen ein Partner vermittelt werden kann.

Vertragsabschluss und Zahlungsmodalitäten
Bevor Sie einen Vertrag unterschreiben, sollten Sie folgende Punkte prüfen:
• Das Partnerwunschprofil sollte exakt mit Ihren Vorstellungen übereinstimmen – nicht ungefähr.
• Eine Mindestzahl von potenziellen Partnern sollte feststehen.
• Keine Bezahlung für „Bemühungen“, sondern für Vermittlungen.
• Die Widerrufsbelehrung darf nichts kosten. Achtung! Liegt keine schriftliche Widerrufsbelehrung vor, können Sie den Vertrag ohne Angaben von Gründen kündigen. Aber: Innerhalb von zwei Wochen nach Unterschrift können Sie in jedem Fall vom Vertrag zurücktreten.
• Fragen Sie nach den Zusatzkosten zur Vermittlungsgebühr, z. B. Telfon- und Portoauslagen.
• Lassen Sie sich eine Kopie des Vertrages aushändigen.
• Leisten Sie keine großen Anzahlungen, wie z. B 50 Prozent Vermittlungsvorschuss, und hinterher legen Sie keinen Blankoscheck.
• Geben Sie der Agentur keine Einzugsbemächtigung für Ihr Konto, sondern lassen Sie sich Rechnung ausstellen, damit Sie den Betrag überweisen können.

Kündigungsfristen und Vertragsklauseln
Ein häufiger Streitpunkt ist die Kündigung eines Partnervermittlungsvertrages. Sie sollen wissen, dass solche Verträge jederzeit kündbar sind und dass Sie im Kündigungsfall die Anzahlungen zurückverlangen können, wenn Ihnen kein Partner vermittelt werden konnte. Das gilt auch für den Fall, wenn in einer Zusatzvereinbarung ein vorzeitiges Kündigungsrecht ausgeschlossen wurde – was grundsätzlich erlaubt ist. Entsprechende Klauseln können aber unwirksam sein, wenn sie aus einem vorgedruckten Text bestehen und die Einverständnisformulierung nur handschriftlich eingefügt wurde.

Nach der Kündigung keine Zahlungen mehr
Haben Sie den Vermittlungsvertrag gekündigt und ist noch eine Vermittlungsgebühr offen, weil Sie nicht zufrieden mit der Kontaktvermittlung waren – keine Sorge. Ausstehende Honorare können Institute bzw. Agenturen für die Partnervermittlung nicht gerichtlich einklagen. Das Gesetz sieht einen solchen Ausschluss zwar nur für so genannte Heiratsvermittlungen vor, aber die Regelung ist auch auf Partnerinstitute und –Agenturen anzuwenden, weil sich solche Dienstleister kaum von Ehevermittlungen unterscheiden.