Börsengehandelte Indexfonds (ETFs=Exchange Traded Funds) gewinnen immer mehr an Popularität unter deutschen Anlegern. Dabei ist es nicht nur die Kombination aus geringen Kosten, maximaler Transparenz und fortlaufender Notierung, die überzeugt. Vielmehr sind Anleger zu Recht von der Performance aktiv verwalteter Fonds enttäuscht: Die meisten Produkte entwickeln sich fast kongruent zum Gesamtmarkt und rechtfertigen ihre hohen Kosten dadurch nicht.

ETFs sind seit einigen Jahren in großer Zahl auf dem deutschen Markt erhältlich. Anleger können dabei weit mehr mit den Produkten anfangen als die bloße Abbildung der bekannten Börsenbarometer. Die neue Generation der Indexfonds ermöglicht die Umsetzung strukturierter Handelsansätze ebenso wie das Investment in Marktnischen. Die Deutsche Börse berechnet eine ganze Reihe von Indizes, die von mehreren Fondsgesellschaften abgebildet werden. So sind Investments rund um das Thema Wasser ebenso möglich wie Covered-Call-Strategien auf den Deutschen Aktienindex oder dividendenorientierte Vorgehensweisen.

ETFs stellen damit weit mehr dar als lediglich ein Instrument zum Trading der großen Aktienmärkte. Als rechtliches Sondervermögen bieten sie gegenüber Zertifikaten, die Inhaberschuldverschreibungen darstellen und mit einem Emittentenrisiko verbunden sind, erhebliche Vorteile. ETFs können damit als Basisinvestment in der Vermögensverwaltung verstanden werden. Da die meisten Banken mittlerweile auch Sparpläne für Indexfonds anbieten, ist auch der Vermögensaufbau über ETFs möglich.

Bei der Auswahl eines Fonds sollten Anleger allerdings nicht allzu sorglos vorgehen und den Blick ins Kleingedruckte der Emissionsbedingungen keinesfalls unterlassen. Einige ETFs bilden ihre Basis über Swap- und Termingeschäfte nach, die mit dem Risiko einer Zahlungsunfähigkeit des Geschäftspartners verbunden sind. Derartige Transaktionen sollten sich auf nicht mehr als 10 Prozent des Fondsvermögens erstrecken. Andere Fonds wiederum, vornehmlich solche, die in kleinere Aktienmärkte wie die in Belgien investieren, investieren ihre Mittel in großen Teilen in die Indexschwergewichte und produzieren auf diese Weise ein Clusterrisiko. Sofern Anleger derartige Konstruktions-Risiken ausschießen können, sind ETFs jedoch das Mittel der Wahl.