Der Jahreswechsel steht bevor und mit ihm einschneidende Änderungen bei den steuerlichen Rahmenbedingungen für Kapitalanleger. Die Abgeltungsteuer wird in Zukunft sämtliche Einkünfte aus Kapitalvermögen mit 25 Prozent versteuern –plus Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer. Ob es sich dabei um Zinseinkünfte, Dividenden oder Veräußerungsgewinne handelt, ist unerheblich. Besonders schmerzlich für längerfristig orientierte Anleger ist der Wegfall der Spekulationsfrist-Regelung, die bislang gestattet, Gewinne aus Wertpapiergeschäften nach Ablauf von 12 Monaten steuerfrei zu vereinnahmen. Verluste können in Zukunft zwar weiter verrechnet werden, allerdings nur, wenn es sich bei den jeweiligen Anlagen um die gleiche Einkunftsart handelt. Wer bei mehreren Banken parallel Depot unterhält, kann sich über Verluste eine Bescheinigung ausstellen lassen und diese bei anderen Banken vorlegen.

Die Abgeltungsteuer wird direkt auf Bankebene einbehalten, eine Veranlagung der Kapitaleinkünfte bei der Einkommensteuer ist in Zukunft nicht mehr erforderlich. Anleger, deren persönlicher Steuersatz unterhalb von 25 Prozent liegt, können eine Veranlagung jedoch beantragen und werden so durch die neue Steuer nicht höher belastet als es bislang der Fall ist. Der bisherige Sparerfreibetrag entfällt ab dem nächsten Jahr ebenfalls und weicht dem Pauschbetrag. Dieser beläuft sich auf 801 Euro und gilt sämtliche Werbungskosten – unabhängig von deren tatsächlicher Höhe – ab. Depotgebühren, Kosten für Kursdaten und andere Ausgaben können damit nicht mehr in vollem Umfang geltend gemacht werden. Ausgaben, die in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Erwerb oder der Veräußerung von Wertpapieren stehen, werden über die Gewinnbemessung berücksichtigt.

Wer noch vor dem Ende des Jahres handelt, kann sie neue Steuer noch eine Zeit lang umgehen: Wertpapiergewinne aus Aktien und Fonds, die noch vor dem 01.01.09 erworben werden, können steuerfrei vereinnahmt werden, wenn zwischen An- und Verkauf mindestens 12 Monate vergehen. Für Zinsen und Dividenden ist das Datum des Erwerbs allerdings unerheblich: Hier zählt der Tag der Gutschrift beim Anleger.