Chlamydien zählen weltweit zu den häufigsten Erregern von sexuell übertragbaren Krankheiten. Jedes Jahr kommt es zu 89 Millionen Neuinfektionen. Es gibt mehrere Gruppen des Erregers, die zu unterschiedlichen Krankheitsbildern führen.

Erreger und Infektionsmöglichkeiten

Die Erreger Serovar A, B und C erzeugen das Trachom, die häufigste Augenerkrankung in Entwicklungsländern, die nicht behandelt zur Erblindung führt. In Europa kommt das Trachom selten vor, da mangelnde Hygiene ein Hauptgrund der Ausbreitung ist.
Die Erreger Serovar D bis K sind die häufigsten in Industrieländern und führen zu Infektionen im Genitalbereich. Männer leiden an Entzündungen von Harnröhre, Nebenhoden und Prostata. Bei Frauen befallen die Erreger Gebärmutterhalsschleimhaut oder Harnröhre und können bis zu den Eileitern wandern. Sie verkleben die Eileiter und erzeugen eine Eileiterschwangerschaft oder schlimmstenfalls Unfruchtbarkeit.
Eine Ansteckung mit den Serovaren L1 bis L3 zeigt sich durch Veränderungen der Lymphknoten in der Leistengegend. In Europa kommt dieser Typus äußerst selten vor.

Ansteckungsgefahr und Symptome

Werden Neugeborene mit den Erregern infiziert, erfolgt die Ansteckung über den Geburtskanal. Da eine Infektion mit Chlamydien bei Neugeborenen gefährlich sein kann, findet bei Schwangeren ein Screening statt. Säuglinge erkranken zum Beispiel an bakterieller Bindehautentzündung oder Lungenentzündung. Hier erhalten Sie weitere Informationen zur Ansteckungsgefahr und Chlamydien in der Schwangerschaft.
Infektionen mit Chlamydien haben oft keine Symptome. Bei 30 Prozent der Infizierten zeigen sich ein Brennen beim Wasserlassen, Juckreiz, eitriger Ausfluss oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Da Infektionen mit Chlamydien in Deutschland nicht meldepflichtig sind, gibt es über die Ausdehnung nur Schätzungen. Die größte Ausbreitung findet man bei sexuell aktiven jungen Frauen.

Therapie einer Chlamydieninfektion

Die Infektion lässt sich mit Antibiotika gut behandeln. Sexualpartner des Erkrankten müssen immer mit behandelt werden. Nach Abschluss der medikamentösen Behandlung muss unbedingt ein erneuter Abstrich gemacht werden, um sicherzustellen, dass alle Erreger abgetötet wurden.
Wird eine Infektion mit Chlamydien rechtzeitig eingedämmt, sind keine Folgeschäden zu befürchten. Unbehandelt führt sie jedoch besonders in den Entwicklungsländern zur vermeidbaren Erblindung.