Die schönste Zeit des Jahres kann für viele Menschen schon mal zum Nervenkrieg werden. Im Sommer verlegen viele das Familienleben in den Garten oder auf den Balkon. Es gibt keine Mittagsruhe, denn ununterbrochen schallt Musik, begleitet von spielenden Kindern, bellenden Hunden und Grillpartys am Abend. Aber wie oft sind Grillfeste erlaubt und wie lange dürfen sie gehen.

Was ist bei der Party zu beachten:
Grundstückseigentümer wie auch Wohnungseigentümer dürfen im Garten wie auch auf dem Balkon beliebig oft feiern. Bedingung: Die Nachbarn werden zu keinem Zeitpunkt belästigt. Ein Recht auf Lärm gibt es nicht, aber ein Recht auf Ruhe. Wird im Garten oder auf dem Balkon gefeiert, muss um 22 Uhr Schluss sein oder die Musik leiser gedreht werden. Die Nachtruhe ist bis zum nächsten Tag 6 Uhr einzuhalten. Bei längeren Feiern sollte man die Nachbarn informieren oder einladen, damit es keine Beschwerden gibt.

Wie oft ist das Grillen gestattet?
Hier gilt gegenseitige Rücksichtnahme. Sind die Standpunkte verhärtet, entscheiden Gerichte, mitunter sehr verschieden.
Beispiele:
- bis zu 16-mal pro Jahr darf gegrillt werden, wenn die Nachbarn nicht belegen können, dass die Rauchentwicklung über dem Emissionswert liegt (LG München I, Az: 15S 22735/03)
- Gegrillt werden darf nur im hinteren Teil des Gartens, damit sich die Rauch-belästigung in Grenzen hält (LG Aachen, Az: 6 S 2/02)
- Auf dem Balkon gegrillt werden darf nur, wenn die Nachbarn dadurch nicht belästigt werden.
- Nach 22 Uhr darf nur an vier Abenden pro Jahr gegrillt werden, und 24 Uhr muss Schluss sein. (OLG Oldenburg, Az: 13 U 53/02).