Zwischen dem Aus für die Ehe und der Scheidung vergeht ein ganzes Jahr. Leben dann beide weiter unter einem Dach, entstehen Konflikte. Die Gerichte haben dafür feste Regeln getroffen

Auch wenn alles aus ist: Vor der Scheidung ist das Trennungsjahr abzuwarten. Es soll den Partnern Zeit geben, ihren Entschluss zu überdenken. Doch welche Rechte und Pflichten hat man eigentlich in diesem Zwischenstadium?

Getrennt auch unter einem Dach
Häufigster Irrtum ist, dass ein Partner ausziehen muss oder den anderen rauswerfen kann. Im Notfall ist nur notwendig, dass beide eigene Räume haben – wie in einer Wohngemeinschaft.
Außerdem muss sich jeder selbst versorgen und seine Wäsche waschen. Wenn sie weiter für beide kocht oder seine Zimmer putzt, kann das Gericht die Anerkennung des Trennungsjahrs verweigern.

Die Ehewohnung steht beiden offen
Zieht einer aus der Ehewohnung aus, muss er weiter Miete zahlen. Da meist beide Partner im Vertrag stehen, haftet jeder für die Hälfte der Miete. Und: Verlässt der Mann die gemeinsame Wohnung, darf ihm danach nicht der Zutritt verweigert werden. Wenn die Frau jedoch umzieht, muss sie ihn nicht in ihre neue Wohnung lassen. Die Miete dafür hat sie aber allein aufzubringen.
Starten die Partner zwischenzeitlich einen Versöhnungsversuch, wird das Trennungsjahr nicht unterbrochen. Auch nicht, wenn es noch mal zum Sex kommt. Landen die Partner allerdings regelmäßig zusammen im Bett, kann das Gericht die Scheidung ablehnen.

Noch Ehefrau muss Geld bekommen
Finanziell bleibt im Trennungsjahr meist der Mann als oft besser Verdienender in der Verantwortung. Er muss Unterhalt zahlen, darf der Noch – Ehefrau nicht den Geldhahn zudrehen. Ihr stehen drei Siebtel seines Nettogehalts zu, nachdem bereits der Unterhalt für eventuelle Kinder abgezogen ist.
Gibt es um das Geld, den Umgang mit den Kindern oder die Nutzung der bisherigen Ehewohnung Streit, ist eine Eilentscheidung des Familiengerichts bereits vor der Scheidung möglich.

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