Rundfunkgebühr muss jeder zahlen, und die Sender sind beim Kassieren alles andere als zimperlich. Doch man braucht sich nicht alles gefallen zu lassen

Auch für Handys und Computer sind seit einiger Zeit Rundfunkgebühren fällig. Jedenfalls dann, wenn sie Radio- und TV – Programme empfangen können. Viele Gebührenzahler fragen sich jetzt, welche Kosten auf sie zukommen.

Handy und PC sind meist Zweitgeräte
Keine Panik: Betroffen von der Änderung sind nur solche Haushalte, die noch kein Rundfunkgerät angemeldet haben. Zahlen Sie schon für Radio und TV an die GEZ, gelten Handy und Computer als Zweitgeräte. Und die sind kostenfrei.

Falsche Angaben können teuer werden
Allerdings wird wegen der Änderung schon jetzt wieder kräftig Jagd auf Schwarzseher gemacht. Und wer erwischt wird, dem drohen hohe Rechnungen: Bis zu fünf Jahre nachträglich können die Gebühren kassiert werden. Dazu müsste die GEZ nur beweisen, dass ein Gerät schon längst betriebsbereit in der Wohnung steht. Und das erfährt sie etwa durch unbedarfte Aussagen von Kindern. Kommt so heraus, dass bei der Frage nach dem Anschaffungsdatum gelogen wurde, drohen Ordnungsgelder bis 1000 Euro.

Wer nicht reagiert, bekomm Besuch

Erster Fahndungsschritt: Mit Listen vom Einwohnermeldeamt schreibt die GEZ alle Bürger an, die nicht bei ihr registriert sind. Dadurch fühlen sich viele bereits ertappt und melden sich an. Wer nicht reagiert, bekommt Besuch vom Fahnder. Aber den muss keiner in die Wohnung lassen. Auch ein angedrohter Durchsuchungsbeschluss ist nur Bluff, wissen Juristen. Die Polizei im Haus braucht niemand zu fürchten. Denn Schwarzsehen ist keine Straftat, nur eine Ordnungswidrigkeit.

Fragen schriftlich beantworten
Selbst auf die Fragen an der Tür muss man keine Antwort geben. Angaben sollte man ohnehin immer schriftlich machen. Wer nichts sagt, kann zwar theoretisch auf Auskunft verklagt werden. Wegen des Mini – Streitwerts sind solche Fälle bei Juristen aber bisher unbekannt.

Gartenlauben sind nicht GEZ – Freitag
Besonders im Sommer geraten auch Camper und Kleingärtner ins Visier der Gebührenfahnder. Denn separat angemeldet werden müssen alle Geräte, die ständig in Wohnwagen, Gartenlauben, Ferienwohnungen oder auf Booten stehen – auch die tragbaren! Nur wer mit Radio oder TV ab und zu in den Park geht oder seine Apparate zwischen Haus und Campingplatz oder Kleingarten hin – und her schleppt, muss für diese Zweitgeräte nichts bezahlen.

Gebühr auch für ungenutzte Geräte
Generell aber gilt: Gebühr wird für jedes empfangsbereite Gerät fällig – so steht es im Gebührenvertrag. Da nützt es einem auch nichts, wenn die Glotze längst eingemottet im Keller steht. Und: Wer Fernseh– und Radiogeräte nicht spätestens einen Monat nach Anschaffung bei der GEZ anmeldet, ist ein Schwarzseher bzw. – hörer.