Die Naturheilkunde, die Homöopathie und die Traditionelle Chinesische Medizin sind nur einige Bereiche der alternativen Medizin, in denen Heilpraktiker praktizieren. Die Methoden der alternativen Medizin bieten ein großes Spektrum an Möglichkeiten und Verfahren, um die in jedem Organismus vorhandenen Selbstheilungskräfte zu unterstützen. Alternative Medizinrichtungen werden seit Jahrhunderten mit Erfolg angewendet. Naturheilkunde und alternative Medizin sind heute die Spezialgebiete der Heilpraktiker. Wer Heilpraktiker werden möchte, muss eine Heilpraktiker-Ausbildung absolvieren und die Zulassungsprüfung bestehen.

Bedingungen für eine Heilpraktiker-Ausbildung

Als Heilpraktiker Patienten zu behandeln, bedeutet die Übernahme einer großen Verantwortung. Der Gesetzgeber hat die Bezeichnung „Heilpraktiker“ geschützt und einige Bedingungen festgelegt, die regeln, wer Heilpraktiker werden darf. Zugelassen werden nur Personen, die mindestens 25 Jahre alt sind und zumindest einen Hauptschulabschluss vorweisen können. Bei der Anmeldung für die schriftliche und mündliche Prüfung beim zuständigen Gesundheitsamt muss der Bewerber seine körperliche und geistige Befähigung durch Vorlage eines ärztlichen Gesundheitsattestes und eines polizeilichen Führungszeugnisses nachweisen. Hat der Heilpraktiker-Anwärter die Prüfungen erfolgreich bestanden, erhält er die „Erlaubnis zur berufsmäßigen Ausübung der Heilkunde ohne Bestallung“, wie es im Gesetzestext heißt.
Um die mündliche und schriftliche Heilpraktiker-Prüfung bestehen zu können, benötigt der Heilpraktiker-Anwärter eine gute Ausbildung. Ein vollständiges Medizinstudium muss nicht absolviert werden. Der Heilpraktiker-Anwärter kann den Unterricht in Heilpraktikerschulen besuchen oder sich das Wissen durch ein Fernstudium aneignen. Die Schulen, die Heilpraktiker ausbilden, bieten Unterrichtseinheiten an, die neben dem Beruf besucht werden können. Es gibt jedoch auch Vollzeitausbildungen. Der vermittelte Wissensumfang in einer Heilpraktiker-Ausbildung ist sehr komplex. Um sein Ziel, Heilpraktiker zu werden, wirklich zu erreichen, sollte der Anwärter den Ausbildungsgang wählen, der seinen Voraussetzungen und seinem für das Lernen zur Verfügung stehenden Zeitkontingent am besten entspricht.

Ein umfangreiches medizinisches Wissen

In der Heilpraktiker-Prüfung muss der Anwärter umfangreiche medizinische Kenntnisse nachweisen. Neben Anatomie, Physiologie und der Krankheitslehre in allen medizinischen Fachrichtungen gehören auch Kenntnisse über die Einhaltung der Hygienestandards, über Injektionstechniken sowie Berufs- und Gesetzeskunde zum Ausbildungsstoff.