Sinnflutartige Regenfälle haben erst vor kurzem wieder für Hochwasser und Überschwemmungen gesorgt. Vielen sind die Bilder des Hochwassers aus Sachsen 2002 oder die Flut an der Oder in Brandenburg noch in Erinnerung. Durch Hochwasser werden Milliardenschäden verursacht, manche Familien stehen vor dem Nichts, weil sie nicht ausreichend versichert waren. Die Frage ist: Welche Versicherung tritt für Hochwasserschäden an Haus, Wohnung oder Auto ein? Wir sagen, was Sie beachten sollten.

Land unter: Wie kann man sich versichern?
Zunächst: Wird Ihr Haus/die Wohnung durch Hochwasser beschädigt, ersetzen Versicherungen die Schäden nur, wenn Sie eine so genannte Elementarschadenversicherung abgeschlossen haben. Sie tritt z.B. bei Überschwemmungen, Erdrutschen oder Erdbeben ein. Aber: Es gibt sie nur als Zusatzversicherung – im Paket mit Wohngebäude- oder Hausratversicherung. Diese Versicherungen decken zusätzlich Schäden durch Feuer, Sturm, Hagel, Leitungswasser ab. Für Hausbesitzer und Mieter gelten verschiedene Voraussetzungen: 1. Hausbesitzer brachen eine Wohngebäudeversicherung und Versicherungsschutz für den Hausrat, 2. Mieter eine Hausratversicherung – beides jeweils mit Hochwasser – Zusatzversicherung. Eine alleinige Hochwasserversicherung gibt es nicht.

Bekommt jeder diese Zusatzversicherung?
Leider werden nicht alle, die eine solche Zusatzversicherung abschließen wollen, auch von den Versicherungen angenommen. In einer Region z.B. die regelmäßig oder häufig von Hochwasser betroffen ist, schließt kaum eine Gesellschaft eine Elementarversicherung ab (Ablehnung oft schon bei ein bis zwei Überschwemmungen in zehn Jahren). Nur wer in einem Gebiet lebt, in dem es nie oder selten zu Hochwasser kommt/ gekommen ist, wird versichert. Hat man eine Gesellschaft gefunden, die mit einen Vertrag abschließt, werden häufig so hohe Anforderungen gestellt, um das Haus/ die Wohnung hochwassersicher zu machen, dass sich der Aufwand kaum lohnt. Und eine Selbstbeteiligung wird auch fällig – durchschnittlich zehn Prozent des Gesamtschadens.

Was kostet diese Hochwasser – Police?
Die Zusatzversicherung kostet für ein durchschnittliches Eigenheim je nach Lage und Versicherung zwischen 50 und 250 Euro im Jahr. Mieter bezahlen für die Zusatzpolice der Hausratversicherung bei einer Versicherungssumme von 50000 Euro – je nach Gebiet und Versicherung – zwischen 10 und 40 Euro extra.

Wie sind Schäden zu dokumentieren?
Ist ein Hochwasserschaden eingetreten, sind Sie verpflichtet, diesen umgehend Ihrer Versicherung zu melden. Achtung! Sie müssen den Schaden so gering wie möglich halten und retten, was zu retten ist. Haben Sie die Versicherung informiert, ist der Schaden aufzulisten. Die Versicherung verlangt eine Übersicht aller beschädigten Gegenstände – möglichst mit Foto. Werfen Sie auf keinen Fall irgendetwas weg, es könnte sein, dass die Versicherung die Schäden begutachten will. Ist das Mauerwerk durchnässt, weil der Keller voller Wasser steht,
oder gibt es andere Schäden am Bauwerk, kommt ein Sachverständiger, der den Schaden begutachtet und schätzt.

Was ist mit Wasserschäden an Auto und Motorrad?
Wird Ihr Auto oder Motorrad durch Hochwasser beschädigt, zahlt die Kaskoversicherung. Wer sein Fahrzeug aber am Flussufer parkt, obwohl bereits Hochwasseralarm ausgelöst wurde bzw. es nicht rechtzeitig in Sicherheit bringt, geht leer aus.

Wie schnell reguliert die Versicherung den Schaden?
die Versicherung zahlt nicht sofort, sie darf ihre Leistungspflicht und den Schaden prüfen. Aber: Einen Monat nach der Meldung haben Sie Anspruch auf eine Abschlagzahlung in Höhe des Betrages, der zu diesem Zeitpunkt unstrittig feststeht. Auch wichtig: Schäden am Hausrat oder Eigenheim sind als außergewöhnliche Belastung in der Steuererklärung geltend zu machen. Gegenstände zur Berufsausübung sind über Sonderabschreibungen absetzbar.