Kinderbücher werden gerade in unserer schnelllebigen, mediengeprägten Welt immer wichtiger bei der Erziehung unserer Kinder. Auch wenn es manchmal bequem und verlockend scheinen mag, die Kinder sich vor dem Fernseher oder dem PC selbst zu überlassen, so können diese Medien niemals das Lesen ersetzen.
Das Kinderbuch entführt in imaginäre Welten

Auch für Kinder nimmt der Leistungsdruck in der modernen Gesellschaft unaufhörlich zu. Ein Buch kann da zu einer kleinen Ruheoase werden, die es dem Kind ermöglicht, in eigene Traumwelten einzutauchen, die es den Alltag vergessen lassen. Bücher lesen heißt auf imaginäre Entdeckungsreise gehen, Welten erkunden, die durch die eigene Fantasie ganz individuell vor dem geistigen Auge entstehen. Zudem kann das Kind beim Lesen eines Buches seine eigene Geschwindigkeit finden und entdecken, während Medien ihm das Tempo vorgeben. Doch ist jedes Buch gleichermaßen gut geeignet und welche Art von Büchern fördert die kindliche Entwicklung?

Lesen heißt leben lernen

Auf jeden Fall sollte ein gutes Buch dem Kind die Möglichkeit geben, sich mit der Hauptfigur der erzählten Geschichte zu identifizieren. Diese Identifikationsfiguren sind im besten Falle facettenreiche Stellvertreter der realen Welt, die mit der ganzen Palette menschlicher Emotionen agieren. Sie durchleben Momente der Freude, der Angst, der Trauer, erleben Erfolge und erleiden Niederlagen, lernen Freundschaft und Feindschaft kennen. Dadurch wirken sie echt und lebensnah und holen das Kind mit nachvollziehbaren Gefühlen in ihre Welt.

© detailblick - Fotolia.com

© detailblick - Fotolia.com

So erleben Kinder mit, wie die Figuren im Buch Probleme und Konflikte lösen, und lernen ganz nebenbei, auch die Wirklichkeit besser zu verstehen und zu verarbeiten. Nicht zuletzt transportiert ein gutes Kinderbuch dadurch auch erwünschte Grundwerte wie moralisches Handeln und fördert durch die Vielfalt der im Buch vorkommenden Charaktere die Toleranz gegenüber Anderen. Kinder lernen, sich selbst als Individuum wahrzunehmen und ihre eigene Besonderheit als etwas Positives zu empfinden. In einem hochwertigen Buch erleben Kinder, wie jeder Einzelne mit seinen ganz individuellen Fähigkeiten zur Lösung eines Problems, eines Konflikts beitragen kann, und lernen so, sich selbst als wertvollen Teil einer Gemeinschaft wahrzunehmen.

Mit Kinderbüchern spielerisch Lernfähigkeit und Kreativität fördern

Wer seinem Kind schon frühzeitig vorzulesen beginnt, weckt spielerisch sein Interesse an Sprache und sorgt dafür, dass es, erst einmal im Lesealter, ganz von selbst zum Buch greift. Vorlesen vermittelt dem Kind nicht nur ein Gefühl der Nähe und Geborgenheit sondern weckt in ihm auch den Wunsch selbst zu lesen. Lesen wiederum ist essenzielle Grundlage für schulischen Erfolg, eine gute Rechtschreibung z.B. wird durch häufiges Lesen und weniger durch Regeln erlernt. Außerdem erwerben Kinder beim Lesen ein instinktives Gefühl für Satzbau und Stil, erweitern ihren Wortschatz und entwickeln so Sprach- und Lesekompetenz. Beides sind unerlässliche Fähigkeiten, die die Grundlage auch für einen späteren beruflichen Erfolg bilden.
Es geht nicht darum, unsere Kinder zu perfekt funktionierenden Erwachsenen zu machen, doch fördert das Lesen auf spielerisch leichte Art Kreativität, Fantasie, Lern- und Denkfähigkeit ohne sie dabei zu überlasten und mit Wissensinhalten zu überfrachten. Nicht zuletzt eröffnen wir ihnen Erlebniswelten, die Medien ihnen nicht bieten können.
Und was kann schöner sein, als unbeschwert und mit viel Spaß für die Zukunft zu lernen?