Zu Besuch bei den alten Pharaonen
Gemütlich auf dem großen Fluss dahin gleiten und sich an Bord verwöhnen lassen: So entspannt sind Entdeckungsreisen

Als ich den Karnak – Tempelbezirk in Luxor betrete, bekomme ich eine Gänsehaut. Eine Allee von Spinxen führt in einen führt in einen Wald von bis zu 40 Meter hohen Steinsäulen. Jeder dieser 134 Giganten ist über und über mit Hieroglyphen bedeckt. Unfassbar, dass die Ägypter vor 4000 Jahren so etwas Großartiges bauen konnten. Schon dafür lohnt sich die Kreuzfahrt, die hier in Luxor beginnt. Karnak ist zwar mein erster Ausflug – jedoch, wie sich bald herausstellt, nur einer von vielen Höhepunkten meiner Reise auf dem sagenumwobenen Nil.

Erst einmal gehe ich an Bord des 5 – Sterne – Hotel – Schiffs „MS Renaissance“. Eine Woche lang werde ich auf ihm bis nach Assuan und zurück schippern – mit allem Komfort. Doch bevor es nilaufwärts geht, besuchen wir eine weitere Sehenswürdigkeit. Diesmal auf der anderen Flussseite: Die Pharaonen – Gräber im Tal der Könige. Hinein geht es durch den Hatschepsut – Tempel. Im Tal dahinter wurden bisher 63 Grabanlagen gefunden, darunter das berühmte Grab Tutanchamuns – und die Archäologen suchen weiter…
Ein bisschen mulmig wird mir schon, als ich in Grab Nr. 6 hinabsteige, doch zum Glück lässt uns der Geist von Ramses IX. in Ruhe. Sein Grab ist wie eine ausgedehnte unterirdische Wohnung gestaltet, mit farbenprächtigen Gemälden an den Wänden und Decken.
Mittags legen wir dann ab und gleiten gemächlich den Fluss hinauf. Von der Sonnenliege aus sehen wir Felder und Palmenhaine an uns vorbeiziehen. Wie zur Zeit der Pharaonen pflügen die Bauern mit Wasserbüffeln. Hinter ihren fruchtbaren Feldern am Ufer nichts als weite, heiße Wüste.

Am nächsten Morgen wachen wir in Edfu auf, wo der Horus – Tempel steht, der wohl besterhaltene Tempel in Ägypten. Ein riesiger Steinfalke stellt den Gott der Pharaonen und Kinder dar. Nachmittags geht es per Schiff weiter nach Kom Ombo zum Tempel des Krokodilgottes Sobek, der direkt ans Nilufer gebaut worden ist.
Dann erreichen wir Assuan. Hier herrscht lebhaftes Treiben, besonders rund um den berühmten Gewürzmarkt. Danach gönne ich mir für 10 Euro „Teatime“ auf der Terrasse des noblen „Old Cataract Hotel“, in dem Agatha Christie ihren berühmten Roman „Tod auf dem Nil“ geschrieben hat. Im Licht der untergehenden Sonne gleiten lautlos Segelboote über den Fluss. Irgendwie sind in Ägypten 4500 Jahre Geschichte und die Gegenwart gleichzeitig lebendig.