Ein starkes Immunsystem ist nicht nur eine Frage der genetischen Anlage, sondern kann tatsächlich von der Lebensweise beeinflusst werden. Dazu sind weder Nahrungsergänzungsmittel noch medizinische Präparate notwendig. Menschen, die ganz allgemein gesund sind und keine chronischen Leiden haben, können sich vor den alljährlich wiederkehrenden Infektionskrankheiten im Winter ebenso schützen wie vor Durchfallerkrankungen und Hautinfektionen.

Das Immunsystem sitzt im Bauch

Eigentlich sitzt es überall, im ganzen Körper. Aber wenn man in Japan glaubt, dass das Immunsystem im Verdauungstrakt sitzt, hat das schon einen Grund: Vieles läuft über den Magen-Darm-Trakt, und wenn der gut funktioniert, dann fängt man sich weniger Infektionen ein. Eine ausgewogene Ernährung ist Grundlage für ein gut funktionierendes Verdauungs- und Immunsystem. Dazu gehört, dass man Milchprodukte nicht meidet, sondern saure Lebensmittel wie Joghurt, Kefir, Buttermilch, Dickmilch und auch Käse regelmäßig zu sich nimmt. Die darin enthaltenen Bakterienkulturen helfen bei der Verdauung und gleichen das im Darm herrschende Klima aus, wenn es tatsächlich mal aus dem Gleichgewicht gerät. Viel Obst und leicht verdauliches Gemüse liefern Vitamine und Mineralstoffe, die das Immunsystem braucht. Besonders wichtig sind dabei Vitamin C, Zink und Eisen sowie die B-Vitamine.

Ein Zusammenhang mit Kälte?

Erkältungen fängt man sich ein, wenn man es kalt hat. Deshalb werden Kinder wärmer eingepackt als nötig, die Heizung wird im Winter hochgejagt, und vor allem die Schlafräume sind oft zu warm. Aber das ist nicht selten Unfug: Erkältungen werden von Viren und (seltener) Bakterien verursacht, nicht von Kälte. Allerdings schwächt es die körpereigene Abwehr, wenn man ständig friert. Gestärkt wird das Immunsystem dagegen von häufigen Temperaturschwankungen. Heiß-kalte Wechselduschen am Morgen, regelmäßige Saunagänge und Kneipp-Bäder helfen beim Gesundbleiben. Wenn die Kinder im Winter unbedingt barfuß durch den Schnee laufen wollen, ist das kein Problem, und Erwachsene sollten ruhig mitmachen – solange man sich danach gut abtrocknet und wieder warm anzieht. Schlafräume dürfen übrigens gerne kalt sein: Temperaturen zwischen 15° C und 18° C sind optimal für einen gesunden Schlaf und trocknen die Schleimhäute im Winter nicht aus.

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