Handys und Smartphones gehören zu den Geräten, die – sofern sie angeschaltet sind – sehr leicht zu orten sind. Wie vieles andere ist auch diese Funktion ein zweischneidiges Schwert. Zum einen kann die Möglichkeit, ein Handy zu orten, in diversen Fällen enorm hilfreich sein. So lassen sich beispielsweise vermisste Personen auf diese Weise sehr effizient suchen. Auch gestohlene oder verlorene Handys können auf diese Weise den Weg zurück in die Hände ihrer Besitzer finden. Dennoch ist Vorsicht angebracht! Jeder sollte sich bewusst machen, dass die Ortung zwar nur mit einer Erlaubnis straflos vollzogen werden kann, allerdings gibt es auch hier Schlupflöcher.

Die Ortung eines Handys – Wie funktioniert das?

Generell gibt es zwei effektive Methoden, ein Handy zu orten. Auf der einen Seite ist es möglich, mithilfe der Sendemasten den Aufenthaltsort zu ermitteln, auf der anderen Seite steht die Ortung mittels einer Abfrage über GPS.

1. Ortung per Sendemast
Im ganzen Land sind Sendemasten aufgestellt, die jeweils einen bestimmten Bereich abdecken. Dieser Bereich wird Mobilfunkzelle genannt. Ein Handy ist jederzeit mit dem nächstgelegenen Sendemast verbunden. So kann sowohl festgestellt werden, in welchem Umkreis sich das Handy aufhält, als auch ein Bewegungsprofil erstellt werden. Dies geschieht einfach, indem jedes Mal der Standort aktualisiert wird, wenn das Handy sich mit einem anderen Sendemast verbindet.
Je nach Dichte der Sendemastverteilung kann der Standort unterschiedlich effektiv eingegrenzt werden. Möglich ist ein Herantasten auf einige hundert bis einzelne Meter. Die mögliche Präzision der Eingrenzung hängt davon ab, wie dicht die Sendemasten aufeinanderfolgen. Je geringer der Abstand der einzelnen Sendemasten ist, desto leichter lässt sich der Raum eingrenzen.

2.Ortung per GPS
Die Ortung per GPS ist präziser als die Suche über die Sendemasten, die Handys können dabei bis auf wenige Meter verfolgt werden. Während für die erste Methode Sendemasten nötig sind, wird hier auf Satelliten gesetzt. Leider hat diese Technik einen Haken, der sie nur begrenzt nützlich macht. Für eine Standorterkennung ist Sichtkontakt die Voraussetzung. Ist die GPS-Funktion auf dem Handy deaktiviert oder wird es einfach nur verdeckt, so ist eine Ortung nicht mehr möglich.

Legal oder illegal?

Grundsätzlich ist es illegal, wenn die Ortung über das Handy genutzt wird, ohne dass die betroffene Person davon informiert wurde. Es ist also nicht erlaubt, jemanden einfach aus reiner Neugier zu überwachen. Dies macht die Überwachung für viele private Fälle zwar nutzlos, allerdings gibt es neben den bereits erwähnten polizeilichen Ermittlungen auch noch andere Anwendungsgebiete. Viele Firmen nutzen diese Möglichkeit, um die Positionen ihrer Angestellten zu überprüfen. Aber auch hier gilt: Erst um Erlaubnis bitten, dann spionieren! Für die Polizei und die Staatsanwaltschaft gilt diese Einschränkung allerdings nicht. Hier wird davon ausgegangen, dass die Funktion nur in Situationen genutzt wird, in denen das Einholen einer Erlaubnis nicht möglich ist oder umgangen werden muss, um eventuelle kriminelle Aktivitäten aufzudecken oder zu verhindern.
Diese Vorschriften sorgen auch dafür, dass das Auffinden von verloren gegangenen oder gestohlenen Handys deutlich erschwert wird. Viele Mobilfunkanbieter sind aus diesem Grund dazu übergegangen, den Handybesitzern die Option anzubieten, ihr Handy schon im Voraus für eine Ortung freizuschalten.

Das altbekannte Thema: Wer bekommt meine Daten?

Wie viele andere Funktionen, so wird auch die Möglichkeit der Ortung für Zwecke genutzt, die den meisten Nutzern gar nicht gefallen. So sind diverse Programme und Apps im Umlauf, die solche Daten sammeln und sie an die Ursprungsfirmen schicken. Nach und nach werden so genügend Daten gesammelt, um Bewegungsprofile der Kunden erstellen zu können. Diese werden dann unter anderem dazu genutzt, an die bestimmten Zielgruppen angepasste Werbung zu kreieren. Natürlich besteht auch ein reger Handel mit solcherlei Daten. Für viele Firmen sind solche Informationen extrem wertvoll. Kein Wunder also, dass inzwischen die meisten Programme eifrig alle interessanten Daten speichern und weiterleiten. Jeder Handybenutzer sollte also lieber doppelt und dreifach überprüfen, was er sich mit einem neuen Programm wirklich ins Haus holt und die Nutzungsbedingungen sehr genau lesen, denn meist ist hier festgelegt, dass Standortdaten weiterverwendet werden dürfen.

Ortung per SMS oder Internet

Für die Ortung haben sich momentan zwei Dienstformen besonders durchgesetzt. Die Ortung per Internet und diejenige per SMS.

Eine Handyortung über das Internet geht meist recht schnell über die Bühne. Der Interessent wird aufgefordert, die Nummer des betreffenden Handys anzugeben, muss sich daraufhin meist nur wenige Sekunden gedulden und erhält dann das Ergebnis in der Form einer Angabe der Straße und des Ortes, an dem sich das gesuchte Handy zurzeit befindet.

Über die SMS läuft es ähnlich einfach ab. Die Nummer des gesuchten Handys wird per SMS an den Dienst gesandt. Kurz darauf erhält man eine SMS, in der die angeforderten Positionsdaten enthalten sind.

Natürlich machen die meisten Anbieter diese Arbeit nicht nur aus Spaß an der Freude. Für die meisten Anfragen dieser Art fällt eine Gebühr an. Neben einmalig anfallenden Gebühren für eine Ortung gibt es auch in diesem Bereich die Möglichkeit, Abonnements abzuschließen, doch Achtung! Wie in den meisten lukrativen Bereichen tummeln sich auch hier zahlreiche Abzocker.