Das Westernreiten stammt aus Amerika, wo es seine Ursprünge in der Zeit der Cowboys und der großen Viehherden hat. Damalige Cowboys saßen in der Regel bis zu 16 Stunden täglich im Sattel, dementsprechend wurden kräftige ausdauernde Pferde gebraucht, die leichte Gänge und Schrittarten boten, um zumindest ein annähernd bequemes Sitzen zu ermöglichen. Ein bekanntes Merkmal des Westernreitens ist beispielsweise die Tatsache, dass ausschließlich einhändig geritten wird und auch diese Handhabung stammt aus den Traditions- und Arbeitsweisen der Cowboys. Dem zugrunde liegt die Idee, dass alle Arbeiten vom Rücken des Pferdes aus mit möglichst wenigen Handgriffen erledigt sein sollten und der Reiter darüber hinaus stets eine Hand benötigte, um sein Lasso – das wohl wichtigste Werkzeug der Viehtreiber – zu halten.

© Sven Cramer - Fotolia.com

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Modernes Westernreiten als Sport und Wettkampf

Heutzutage hat sich das Westernreiten als eine angesehene und beliebte Art der Freizeitgestaltung etabliert, die im starken Kontrast zum klassischen Dressur- oder Springreiten steht. Westernpferde sind darauf trainiert, auf einen Impuls zu reagieren, um daraufhin ohne weitere Einwirkung in diesem Tempo zu bleiben, auch die Eigenständigkeit der Pferde ist ein wichtiges Merkmal dieser Reitweise, da die Tiere bereits auf kleinste Gewichts- oder Schenkelhilfen reagieren müssen. Die typische Atmosphäre des Westernreitens wird auch durch die bekannte, oftmals sehr auffällige Cowboykleidung geprägt, in die die Reiter gewandet sind, auch die spektakulären Tricks von Pferd und Reiter wie zum Beispiel der Sliding Stop (das Pferd sitzt mit der Hinterhand fast auf dem Boden und läuft mit den Vorderbeinen weiter) oder schnelle Spins (Drehungen um die Hinterhand) sind Erkennungsmerkmale des Sports. Wie auch der Reiter, so haben ebenfalls die Pferde beeindruckend gearbeitetes Zaum- und Sattelzeug, welches die bekannte Lässigkeit des Western und die Rodeo-Atmosphäre unterstreichen. Die Westernsättel mit dem typischen ausladenden Sattel, der breiten Sitzfläche und einem hohen hinteren Rand wirken im Gegensatz zu den schmucklosen Sätteln des englischen Reitsports beeindruckend und aufwendig und bieten darüber hinaus große Sicherheit in der Handhabung, dazu werden die Züge meist offen gehalten, um sich nicht am Horn des Sattels zu verheddern.

Wie auch im englischen Reitstil, so bietet auch das Westernreiten zahlreiche Disziplinen, denen verschiedenen Schwierigkeitsgraden zugrunde liegen. In Europa ist das „Reining“ die wohl bekannteste Form aller Disziplinen und gilt auch als Dressur im Western-Reitstil. Viele schnelle Tempowechsel, Drehungen, Stopps und Spins prägen den Wettkampf, in den amerikanischen Staaten dagegen ist insbesondere das Freestyle Reining beliebt und gilt als regelrechter Zuschauermagnet, wobei die Küren hier deutlich freier und individueller sind.