Was muss man sich gefallen lassen?

Ob Mieter oder Eigentümer: Lärm, Schmutz und Geruch von nebenan sind für jeden ein Ärgernis. Daher sollte man seine Rechte kennen.

Die einen wollen den Sommer ruhig genießen, die anderen den Rasen mähen oder feiern. Deshalb beginnt jetzt wieder die große Zeit der Nachbarschafts -Streitereien. Über 1000 Prozesse pro Tag werden deshalb geführt.

Pflanzenwuchs muss gezähmt werden
Beliebter Streitpunkt sind Balkonpflanzen. Der Nachbar hat zwar kein Mitspracherecht bei der Auswahl. Er muss aber nicht hinnehmen, dass fremdes Grünzeug auf seinen Balkon wuchert. Deshalb ist rechtzeitiges Zurückschneiden Pflicht. Allerdings darf der Hausbesitzer Kletterpflanzen verbieten, die Fassaden beschädigen oder beschmutzen. Dasa gilt auch für an die Wand geschraubte Rankhilfen. Gartenbesitzer müssen auf Verlangen des Nachbarn ihre über den Zaun wuchernden Pflanzen und Bäume beschneiden. Tun sie es nicht, kann der Nachbar einen Gärtner damit beauftragen und die Kosten dafür einklagen.
Bei der Gartenarbeit mit Motorgeräten sind die Ruhezeiten einzuhalten. Sehr laute Geräte (Motormäher, Laubgebläse) sind nur werktags von 9 bis 13 und 15 bis 17 Uhr erlaubt. Auch der Samstag gilt juristisch als Werktag.

Essensgerichte dürfen nicht stören.
Brutzeln auf dem Balkon bleibt trotz vieler Gerichturteile ein heikles Thema. Außerdem kann die Hausordnung ein generelles Grillverbot aussprechen, dass alle einhalten müssen. Lassen Sie es also nicht soweit kommen, dass sich jemand durch Rauch oder Geruch gestört fühlt. Und bevor Sie Nachbarschaftsstreit vom Zaun brechen: Versuchen Sie sich mit dem Meckerer gütlich zu einigen.

Einmal im Jahr darf man laut feiern? Von wegen….
- Die Ruhezeiten: (13 bis 15, 22 bis 6 Uhr) sind immer einzuhalten. „Es ist Irrtum, dass man einmal im Jahr oder Monat dagegen verstoßen darf“, warnt ein Mieterbundsprecher. Feiern ist zwar erlaubt, aber nur, ohne die Nachbarn damit zu stören.
- Kinder dürfen laut sein – egal ob im Garten oder im Haus. Schlechte Karten vor Gericht hat jeder, der sich an lauten Kindern stört. Richter entscheiden meist, dass „altersentsprechende Geräusche“ hinzunehmen sind.
- Hilfe bei Lärm: Mieter können vom Vermieter fordern, dass er für Ruhe sorgt. Tut er das nicht, darf die Miete gekürzt werden. Außerdem kann man bei Ruhestörung die Polizei rufen. Und man darf den Verursacher verklagen.