Man entscheidet sich meist schon in der Kindheit für einen technischen Beruf, deshalb ist es wichtig, Kinder schon früh für das Thema zu gewinnen. Grundsätzlich gilt: je eher man mit etwas anfängt, desto mehr Expertenwissen sammelt man mit fast spielerischer Leichtigkeit an. Natürlich stellt sich die Frage, wie man dies anstellt.
Erst einmal ist es wichtig, ein paar Richtlinien zu beachten, um so das Genie, das im Nachwuchs schlummert, zu wecken:

  • Erstens müssen Kinder in die geplanten Aktivitäten miteinbezogen werden, damit sie sich wichtig und geschätzt fühlen.
  • Zweitens: Um Kindern das Erlernen von Dingen zu vereinfachen, müssen sie es selber ausprobieren und versuchen dürfen. Nicht umsonst haben wir im Deutschen das Wort „etwas begreifen“. Anfassen und ausprobieren hilft also. Vor allem für Kinder ist es einfacher, etwas praktisch anstatt in der Theorie zu erlernen.
  • Drittens: Kinder sind neugierig, offen, haben großen Wissensdurst und sind begeisterungsfähig. Sie haben keine Scheu vor Neuem. Außerdem möchten sie sogar liebend gerne alles verstehen und selber experimentieren.
  • Viertens haben Kinder einen großen Vorteil: sie haben ein schnelles Lern- und Auffassungsvermögen.

So liegt es nun also an Eltern, Erziehern und vielleicht auch Technikanbietern, dementsprechend zu handeln. Zuallererst müssen all die oben genannten Feststellungen genutzt werden.

Spielerisches Lernen leicht gemacht

Eine Möglichkeit zur Umsetzung wäre, gemeinsam Projekte zu Hause oder in der Schule zu veranstalten, bei denen die Kleinen sich mit technischen Themen auseinander setzen und durch Selbermachen ein Gefühl für Technik bekommen. Dabei sollte man eine geeignete Umgebung schaffen, in der sich Kinder gleichzeitig ausleben können und sicher fühlen. Eine Umgebung, die ihnen durch das Spielen, Vormachen und Nachahmen einfache technische Mechanismen beibringt. Ein Vorschlag wäre, einige Dinge wie Taschenlampen, Sirenen usw. selber zu bauen oder das Innenleben von Alltagsgegenständen, wie Autoradios, DVD-Player usw., zu erkunden und erforschen. Interessante und gut bebilderte Anleitungen liefert das Internet in Form einer liebevoll gestalteten Seite namens www.strippenstrolch.de. Auch bieten manche Spielzeughersteller für Eltern, die vielleicht auch selbst nicht sehr im Technikbereich bewandert sind, Experimentier-Bausätze an.

Eine relative Neuheit und gleichzeitig gute Möglichkeit, Kindern zu verstehen zu geben, wie ein Computer eigentlich funktioniert und aufgebaut ist, ist die Anschaffung eines Raspberry Pi, was über Farnell Element 14 erhältlich ist und sich bei den Kosten von ca. 30 Euro in Grenzen hält. Dabei handelt es sich um einen Minicomputer, der alle Teile auf einer einzigen Platte beherbergt. Je nach Alter der Kinder kann man sie damit auch an das Programmieren heranführen. Dies war die Grundidee der Erfinder.

Sobald die kleinen Forscher dann erfahren, wie genial auch die einfachsten Erfindungen im Grunde sind, wie abwechslungsreich und spannend Technik sein kann, wird es sicherlich kein Problem mehr sein, herauszufinden, ob die Motivation zum Experimentieren auf fruchtbaren Boden gefallen ist.