Ein Drahtesel für 99 Euro ist zwar nicht die erste Wahl, kann sich für Gelegenheitsradler aber lohnen.

Die Freiluftsaison hat begonnen. Wie wäre es mit einer Fahrradtour am Wochenende? Oder fahren Sie doch mal mit dem Rad statt mit dem Auto zur Arbeit. Das macht Spaß und tut auch der Gesundheit gut. Wer noch kein Fahrrad hat, findet jetzt besonders günstige Angebote, sogar im Supermarkt. Doch kann man diesen Billigrädern überhaupt trauen?

Ein gutes Rad kostet 250 Euro
Oft ist es fabrikneuer Schrott, warnen Experten. Denn unter 250 Euro sind vernünftige Räder selten zu bekommen. Zwar sehen die Schnäppchenräder häufig genauso aus wie die teuren Hochleistungs- Bikes. Doch zusammengesetzt sind sie meist aus fernöstlichen Billigteilen. Aber: Es gibt Ausnahmen, die auch für Laien erkennbar sind.

Mehr Fahrkomfort oder weniger Kraft?
Statt schnell rostender Stahlfelgen sind Alufelgen besser. Und fragen Sie nach Hohl- oder Doppelkammerprofilen. Die halten nämlich auch Fahrten durch Schlaglöcher oder über Bordsteinkanten locker aus.
Bei der Wahl der Reifen kommt es auf die Nutzung des Rades an. Wer nur gelegentlich zum Einkaufen fährt, hat mit dicken Reifen mehr Fahrkomfort. Doch bei längeren Radtouren kostet das grobstollige Profil viel Kraft, da der Rollwiderstand höher ist. Ähnlich ist es auch bei der Reifengröße: Das kleine 26-Zoll-Rad ist zwar stabiler, mit dem 28er erreicht man aber mehr Geschwindigkeit.

Billigräder sind oft nur vormontiert
Bei der Schaltung reichen für den Alltag sieben Gänge. Aber: Wählt man eine Kettenschaltung, gibt es keine Rücktrittsbremse. Daran muss man sich gewöhnen.
Zudem sind Sonderangebote oft nur vormontiert, der Zusammenbau erfordert Geschick. Ohne gute Montage- Fehler haftet der Hersteller nie. Wer auf Nummer Sicher gehen will, kauft im Fachhandel.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten:
Rahmengröße: Messen Sie Ihre Schrittlänge und ziehen Sie davon 25 Zentimeter ab. Sportliche Fahrer wählen Rahmen mit Querstange, die sind stabiler.

Sattel: Er soll nicht nur nach oben und unten, sondern auch nach vorn und hinten schieben lassen. Bequem ist ein Gelsattel, der sich gut anpasst.

Sitzposition: Prüfen Sie, ob sie leicht einstellbar ist. Optimal ist sie, wenn mit der Ferse das unten stehende Pedal bei locker gestrecktem Bein gut erreichbar ist.

Lenker: Er muss sich so einstellen lassen, dass man aufrecht und mit geradem Rücken sitzt. Ein Multi- Lenker ermöglicht verschieden Sitzpositionen. Aber man muss zum Bremsen umgreifen, das ist gewöhnungsbedürftig.

Schloss: Nicht am guten Schloss sparen. Es kostet ca. zehn Prozent des Radpreises.