Für eine reiche Ernte brauchen die Früchte vor allem viel Licht und Luft. Damit sie mit beidem gut versorgt sind, sollte man Büsche und Bäume ausdünnen.

Der richtige Schnitt an Obstgehölzen hält sie nicht nur in Form, sondern er sorgt auch für optimalen Ertrag. Zu unterscheiden ist zwischen dem so genannten Erziehungsschnitt, der im Herbst oder Winter durchgeführt wird, und dem Sommerschnitt, der vor allem für eine reiche Ernte sorgen soll.
Bei Beerensträuchern bleibt es sogar beim sommerlichen Stutzen- einen weiteren Schnitte im Winter brauchen Sie nicht.

Verjüngungsschnitt für „beerige“ Ernte
Bei Johannisbeeren setzen Sie am besten gleich nach der Ernte, spätestens nach dem Blattfall die Schere an: Alle älteren Triebe (dunkle Rinde) nahe am Boden oder direkt über dem Ansatz eines jungen Triebes abschneiden. Auch schwache und nach innen wachsende Triebe werden entfernt. Übrig bleiben etwa acht bis zehn kräftige Neutriebe.
Brombeeren tragen im nächsten Jahr Früchte an den Ruten, die sich dieses Jahr gebildet haben. Zum Herbst werden die alten, holzigen Ranken direkt am Boden abgeschnitten, pro Strauch lassen Sie nur vier bis acht Jungtrieb stehen.
Himbeerpflanzen, die im Sommer getragen haben, müssen Sie nach der Ernte ebenerdig zurückschneiden und vernichten.
Die alten Ruten nicht auf den Kompost werfen, denn sie können Krankheitserreger beherbergen. Von den neuen Trieben lassen Sie ungefähr zehn pro Meter stehen.

Der Griff zur Schere gibt Bäumen Kraft
An den Obstbäumen gilt es vor allem, die so genannten Wasserreiser zu entfernen. Das sind steil nach oben wachsende Triebe, die die Bäume sehr viel Kraft kosten und den reifenden Früchten das Licht nehmen. Wenn Sie sie abreißen, werden gleich die „schlafenden Augen“ an der Basis mit entfernt, die würden sonst im kommenden Jahr verstärkt austreiben. Außerdem sollten bei Bäumen mit schon ausgebildeter Krone, bei Spalierobst und dem „heckenförmigen“ Kordonobst zur Schere greifen.
Während der Schnitt im Winter das Wachstum von Apfel- und Birnbaum anregen soll, zügelt der Schnitt im Spätsommer Wurzel- und Triebwachstum, die Kraft geht so vermehrt in die Frucht.