Mit der Stellensuche ist es ähnlich wie mit der Liebe: Das Gegenüber muss umgarnt und von der eigenen Person überzeugt werden. Die Bewerbung ist somit nichts anderes als eine Werbung in eigener Sache. Es gilt, das eigene Leistungsangebot dem potentiellen Arbeitgeber optimal „verkaufen“ zu können. Mit der schriftlichen Bewerbung geben Sie quasi eine Art Visitenkarte ab, eine erste Arbeitsprobe Ihrer Fähigkeiten. Hinterlassen Sie einen positiven ersten Eindruck und überzeugen Sie sowohl formal als auch inhaltlich. Dazu ist es notwendig, sich im Vorfeld zu überlegen, wie Sie die Aufmerksamkeit auf Ihre Unterlagen lenken.

Generell besteht die schriftliche Bewerbung aus mehreren Unterlagen: Die Standards sind Anschreiben und Lebenslauf. Hinzu kommen manchmal noch ein Deckblatt, Zeugnisse und Weiterbildungszertifikate. Verfassen Sie möglichst keine Romane und achten Sie auf Übersichtlichkeit. Für die erste schnelle, aber doch schon recht entscheidende Durchsicht Ihrer Bewerbungsunterlagen werden je nach Temperament eine halbe bis maximal fünf Minuten Lese- und Bearbeitungszeit einkalkuliert. Diese wenige und umso wertvollere Zeit wird deshalb primär auf die beruflichen Daten verwandt (bisherige Entwicklung, aktuelle Position etc.), um zu entscheiden, ob man Sie zum Vorstellungsgespräch einlädt.

Das Anschreiben

Beim Anschreiben entscheiden bereits die ersten Worte darüber, ob sich der Leser für das, was Sie ihm im Folgenden zu bieten haben, interessiert oder nicht. Vermeiden Sie deshalb langweilige Einleitungen im Stil von „Hiermit bewerbe ich mich um die Stelle als …“ Erfolg versprechend ist Ihr Anschreiben, wenn Sie in individueller Weise Ihre Qualifikation und Motivation authentisch zum Ausdruck bringen. Finden Sie eine plausible Antwort auf folgende drei Fragen: Was ist der Hintergrund Ihrer Bewerbung? Warum interessieren Sie sich für genau diese Firma und diese Position? Und was sind die Gründe, die für Sie als passenden Bewerber sprechen? Versuchen Sie generell eine gesunde Balance aus kurzen, prägnanten Formulierungen und einer nachvollziehbaren, authentischen Darstellung Ihres Profils zu finden. Beschränken Sie sich auf 8-10 Sätze.

Der Lebenslauf

Ein guter und letztlich auch erfolgreicher Lebenslauf ermöglicht dem Leser mit wenigen Blicken den sprichwörtlichen roten Faden in der Berufspraxis zu erkennen. Was hat der Bewerber in seinen Tätigkeiten jeweils gemacht, das gleichzeitig für die ausgeschriebene Stelle relevant ist? Sind die Muss-Kriterien (z. B. eine spezielle Ausbildung oder ein Studium) erfüllt und werden so viele Kann-Kriterien (z. B. bestimmte Fremdsprachen oder PC-Kenntnisse) wie möglich abgedeckt? Zeigt sich vielleicht in relevanten Weiterbildungen eine besondere Leistungsmotivation? Ist der Lebenslauf lückenlos und unterschrieben? Welche Informationen zur Bewerber-Persönlichkeit sind erkennbar, z. B. über ehrenamtliches Engagement oder Freizeitinteressen? In einem Satz: Der erfolgreiche Lebenslauf bringt die zur jeweiligen Stelle passenden Verkaufsargumente für das eigene Berufsprofil möglichst prägnant und gleichzeitig aussagekräftig auf den Punkt. Um möglichst alles perfekt zu gestalten, ist übrigens professionelle Unterstützung, z. B. ein Bewerbungsunterlagen Check, empfehlenswert.

Das Bewerbungsfoto

Das Berwerbungsbild ist fast immer das Erste, was sich Personalverantwortliche ansehen, es sollte daher ein möglichst aussagekräftiger Blickfang sein. Noch vor dem Gang zum Fotostudio ist deshalb eine Auseinandersetzung mit den eigenen Kompetenzen die universell gültige Hausaufgabe, die entweder allein oder mit einer Bewerbungsberatung zu bearbeiten ist. Nur wer das eigene berufliche Profil authentisch und prägnant auf den Punkt bringen kann, der gibt einem professionellen Fotografen die Chance dies in der Bildgestaltung umzusetzen. Die Variationsmöglichkeiten reichen von der Wahl der Kleidung, der Körperhaltung, dem Format bis zur Entscheidung für eine Farb- oder Schwarzweißaufnahme. Ein wichtiger Aspekt ist auch die Frage des Bildausschnitts. Wagen Sie statt der typischen „Kopf und Kragen“-Fotos ruhig mal etwas Neues! Ein angeschnittenes Gesicht fesselt den Blick viel eher, weil das Gehirn des Betrachters versucht, das Gesicht zu vervollständigen. Ein Ausschnitt, der Arme, Hände und Oberkörper integriert, kann die Bildaussage unterstützen. Besondere Dynamik können Sie auch im Stehen oder aus der Bewegung heraus vermitteln.

Der Versand per E-Mail

Zunächst einmal ist zu recherchieren, ob eine E-Mail-Bewerbung überhaupt erwünscht ist (es sei denn, die Firma signalisiert das bereits durch eine ausdrückliche Angabe in der Stellenanzeige). Erkunden Sie bei dieser Gelegenheit den konkreten Ansprechpartner und die zugehörige E-Mail-Adresse. Eine persönliche Ansprache ist nicht nur ein Zeichen der Höflichkeit. Sie zeigt, wie bei der schriftlichen Bewerbung auch, Ihre Sorgfalt und Ihr Bemühen um Individualität. Wählen Sie Ihre eigene E-Mail-Adresse möglichst seriös, z. B. tom.hackenberg@gmx.de. Adressen wie mega-cool-tom@xxx.com sind ein absolutes No Go. Bedenken Sie auch die Betreffzeile: Erwähnen Sie darin unbedingt den Anlass Ihrer E-Mail, also die Bewerbung für eine konkrete Position. Versenden Sie Ihre Unterlagen in einem zentralen PDF-Dokument, das ca. 2-3 MB groß sein sollte. Benennen Sie dieses Dokument mit einem aussagekräftigen Dateinamen, z. B. th_bewerbung_14072012. Testen Sie alles zunächst mit einem Probeversand an sich selbst oder einen guten Freund und starten Sie nach ca. 4-5 Tagen eine telefonische Nachfrage, falls sich bis dahin niemand gemeldet hat.

Autor:
Büro für Berufsstrategie Hesse/Schrader
www.berufsstrategie.de