Eine Darmspülung dient unterschiedlichen Zwecken und ist in ihrer traditionellen Form bereits seit Jahrtausenden bekannt. Am wichtigsten ist die orthograde Darmspülung des medizinischen Bereichs. Daneben gibt es die Spülung als Gesundheitsmittel und als zweifelhafte Abnehmkur.

Aus medizinischer Sicht wird eine Spülung des Darms nur vorgenommen, wenn eine Darmspiegelung oder Operation im Bauchraum, insbesondere am Dickdarm, ansteht. Bereits in der Woche vor der Spülung sollen Patienten ballaststoffarm essen, um die Ausleerung zu vereinfachen. Am Tag vor der Untersuchung wird dann die Darmausspülung durchgeführt, indem der Patient drei bis fünf Liter mit Polyethylenglykol versetztes Wasser trinkt. Ein leichtes Abführmittel kann ebenfalls eingesetzt werden, während vorbeugend auch Mittel gegen Übelkeit eingenommen werden können. Einige Menschen reagieren auf die Spülung mit Übelkeit oder Erbrechen. Nach der vollständigen Darmentleerung treten keine festen Bestandteile mehr auf und das Wasser tritt gelblich wieder aus.

Im Wellness-Bereich wird dagegen meist der Einlauf oder die Kolonhydrotherapie angeboten. Beim Einlauf wird der Dickdarm vom After aus gespült. Dies ist sehr wohltuend bei Verstopfung. Bei der Kolonhydrotherapie werden bis zu zwölf Litern Wasser in den Darm ein- und wieder ausgeleitet. Beide Methoden sind bereits seit der Antike bekannt, um die Darmflora zu sanieren, Rückstände auszuspülen und die Darmgesundheit zu erhalten. Auch die ayurvedische Lehre kennt spezielle Formen der Darmreinigungen, die die Darmschleimhaut von Schlacken befreien und das Wohlbefinden steigern sollen. Zudem sollen damit die Symptome vieler Krankheiten wirkungsvoll gelindert werden. Im Enddarm konzentriert sich schließlich alles, was der Körper nicht verdauen kann oder über die Ausscheidungsorgane entgiften muss. Heute werden die Darmreinigungen von Heilpraktikern und einigen Ärzten durchgeführt. Krankenkassen übernehmen jedoch nur die Kosten für die medizinisch notwendige Reinigung.

Nach einer Darmspülung sollte man reichlich trinken, um den Flüssigkeitshaushalt des Körpers wiederherzustellen, denn die Darmreinigung wirkt entwässernd auf den Organismus. Bei Darmverschluss, Darmstenosen oder Herzinsuffizienz muss man auf die Spülung verzichten.