Wo lauern die Gefahren?

Die Wahl des Bauträgers und der Bauvertrag
Wer sich für ein Fertighaus interessiert, wendet sich an Firmen, die schlüsselfertige Eigenheime anbietet. Um sicherzugehen, dass der Bauträger nicht zu den schwarzen Schafen der Branche gehört, sollten Interessenten Kontakt zu ehemaligen Kunden aufnehmen und sich deren Erfahrungen schildern lassen. Außerdem ist es ratsam, sich Referenzobjekte anzusehen – bewohnte Häuser, keine Musterhäuser. Bevor der künftige Bauherr den Bauvertrag unterschreibt, sollte er die einzelnen Punkte des Vertrages genau prüfen. Wichtig! Ein Fertighausvertrag ist kein Kaufvertrag, sondern ein Werkvertrag über eine Dienstleistung. Die Deutsche Sachverständigengesellschaft beklagt beispielsweise, dass in vielen Bauverträgen 0wichtige Planungs- und Bauleistungen fehlen, die später zu zeitaufwändigen und teuren rechtlichen Auseinandersetzungen führen können.

Worauf ist beim Fertighausvertrag zu achten?
Künftige Bauherren sollten darauf achten, dass folgende Leistungen vertraglich geregelt sind:
- Erschließungskosten für das Baugrundstück
- Anschlusskosten für das Kabelnetz
- Isolierung des Kellers
- Wärmedämmung des Daches
- Kosten für die Baustelleneinrichtung (Baustrom, Bauwasser)
- Krantransport (Dachstuhl)
- Exakte Beschreibung aller Bauleistungen, Materialien und Preis
- Berechnung des Energieverbrauches des Hauses (Energiepass)
- Sonderwünsche mit den konkreten Mehrkosten und Aufpreisen
- Endpreis des Fertighauses
- Datum des schlüsselfertigen Eigenheims.

Achtung! In einigen Bundesländern muss der Lageplan des Grundstücks von einem öffentlich bestellten Vermessungsingenieur erstellt werden, der die Übereinstimmung des Grundstücks mit dem Bauplan bescheinigt. Viele Bauträger übernehmen diese Leistungen nicht.

Was versteht man unter Ausstattungsbemusterung?
Bei der so genannten Ausstattungsbemusterung entscheidet sich der Kunde, welche Materialien bzw. Einrichtungen eingebaut werden. Folgendes wird vereinbart:
- Aus welchem Holz werden die Treppen gefertigt bzw. wird eine Steintreppe eingebaut
- Wo werden die Heizkörper angebracht, wie viele und welche?
- Werden die Teppichböden, Laminat oder Fliesen verlegt?
- Sind die Fenster aus Kunststoff oder Holz (mit Jalousien)
- Aus welchem Material sind 0die Zimmertüren, und welche Schließung hat die Hauseingangstür?
- Welche Ausstattung hat das Badezimmer (Armaturen, Fliesen)?
- Wird das Eigenheim mit einer Einbauküche ausgestattet?
- Wird ein Balkongeländer mitgeliefert bzw. die Terrasse mit Stein, Holz oder Fliesen belegt?

Achtung! Häufig enthalten die Angebote der Fertighausanbieter lediglich eine Standardausstattung. Die kann der Bauherr dann zwar nach Wunsch und selbstverständlich gegen Aufpreis „aufmustern“, er kann die Leistung aber auch verringern das heißt „abmustern“.

Vor der Unterschrift zum Sachverständigen
Enthält der Bauvertrag alle wichtigen Details, sollten die künftigen Bauherren das Schriftstück von einem Sachverständigen (zum Beispiel in der Verbraucherzentrale) prüfen lassen, bevor die Unterschrift endgültig besiegelt.

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