Gemüse und Obstabfälle, Pflanzenreste von Zimmer- oder Balkonpflanzen brauchen Sie nicht in den Müll zu werfen, wenn Sie keinen Garten haben. Auch auf einem großen Balkon oder der Terrasse kann man kompostieren. Allerdings muss man sorgfältig arbeiten, damit die Abfälle verrotten und nicht verfaulen.

Genehmigung nicht vergessen
Voraussetzung: Nehmen Sie Rücksicht. Gerade wenn sie auf engen Raum kompostieren wollen, fragen Sie Ihren Vermieter, die Nachbarn oder die Eigentümergemeinschaft um Erlaubnis. Weisen Sie darauf hin, dass bei sachgemäßer Behandlung keine Geruchsbelästigung zu erwarten ist.

Einen passenden Standort suchen
Die Tonne für den Kompost braucht einen luftigen, aber geschützten Platz im Freien. In solch einer Ecke übersteht sie auch den Winter besser. Regen, starke Sonnenbestrahlung und Wind tun ihr gar nicht gut. Gibt es die Möglichkeit, die Tonne mit Erdanschluss oder einem Überfluss aufzustellen, ist das von Vorteil. Sonst legen Sie zwei Holzlatten drunter, ein zusätzlicher Untersetzer fängt das Sickerwasser auf.

Behälter kaufen oder selber bauen
Komposter gibt es in großer Auswahl im Gartencenter, allerdings meist ohne Bodenplatte. Selber bauen heißt die Alternative. Dazu brauchen Sie einen Pflanzkübel oder eine Plastiktonne (etwa 75 Liter Fassungsvermögen, 60cm Durchmesser). Das Gefäß bekommt Löcher von ungefähr 15mm Durchmesser: um die 20 Stück im Boden, sowie eine Doppelreihe ringsherum in etwa 10cm Höhe. Zur Belüftung bohren Sie noch ein paar einzelne Löcher in die Tonnenwand. Zum Abdecken eignet sich gut eine alte Wolldecke oder ein Betttuch.

Starthilfe mit Kompostwürmern
Jetzt können Sie die Tonne befüllen. Machen Sie sie zu Anfang ruhig ordentlich voll, damit die „kritische Masse“ erreicht wird. Besonders bei kleinen Tonnen entsteht sonst im Inneren keine genügend hohe Temperatur. „Geben Sie außerdem einen Eimer voll Kompost oder ein paar Kompostwürmer dazu, damit der Umwandlungsprozess startet.

Mit Pflege wird aus Abfall Humus
Nässe und Sauerstoffumwandlung sind die Ursachen, sollte ihr Kompost anfangen zu müffeln. Achten Sie stets auf den Feuchtigkeitsgehalt: Der Kompost muss sich anfühlen wie ein feuchter Schwamm. Nach Bedarf trockenes Material oder Wasser zugeben, außerdem jede Woche zwei Esslöffel Gesteinsmehl. Es reichert den Kompost an und verhindert Gerüche. Etwa alle zwei Wochen mischen Sie ihn mit einer Grabegabel gut durch, so kriegt er genug Sauerstoff. Nach gut 6 Monaten sollte Ihr Bioabfall zu Humus geworden sein