Angebot nicht mehr da, Preis falsch, Garantie abgelehnt?

Nach langer Zurückhaltung tragen die Deutschen wieder mehr Geld in die Geschäfte. Dankt ihnen der Einzelhandel mit Extraservice? Nein, im Gegenteil – oft fühlen sich Verbraucher regelrecht ausgetrickst.

Verbraucherschutz ist ein Druckmittel
Typisches Beispiel: Die Ware zum Minipreis aus dem Angebot ist sofort vergriffen. Das aber ist nicht erlaubt, Angebote müssen mindestens drei Tage vorrätig sein. Es sei denn, es wurde auf eine kurze Angebotszeit oder beschränkte Mengen hingewiesen. Ist das nicht der Fall, sollten Kunden mit der Verbraucherzentrale drohen. Um Ärger zu vermeiden, wird ihnen dann oft vergleichbare Ware zum Schnäppchenpreis verkauft.

Reklamationen werden abgeblockt
Gern zicken Händler auch bei ihrer Garantie- Erfüllung. Doch das Gesetz hat für die Gewährleistung klare Regeln aufgestellt. Gibt es Probleme mit der Reklamation, sollten sich Kunden an die Verbraucherzentralen wenden. Die nennen auch Adressen von Schlichtungsstellen.

Preis an der Ware kann falsch sein
Ist allerdings Ware zu niedrig ausgezeichnet, gibt es keinen Anspruch auf den günstigen Preis. Wird der Fehler an der Kasse bemerkt, kann der Händler in korrigieren. Haben Sie bereits bezahlt, kann der Verkäufer jedoch nichts nachfordern.

Garantie ist gesetzlich festgelegt:
Gewährleistung ist der korrekte Begriff für das, was oft als Garantie bezeichnet wird. Sie ist gesetzlich geregelt, darf nie zum Nachteil des Verbrauchers eingeschränkt werden.
Gesetzlich vorgeschrieben ist, dass Händler beim Verkauf von Neuware gegenüber Kunden zwei Jahre für auftretende Mängel haften. Bei gebrauchter Ware haftet der Händler ein Jahr. Die Gewährleistung gilt auch für Reparaturarbeiten! Sie kann beim Kauf zwischen Privatpersonen ausgeschlossen sein.
Ohne Beweise: In den ersten sechs Monaten gilt jeder Mangel automatisch als Fehler, der beim Kauf existierte. Der Händler haftet dafür. Nach einem halben Jahr muss der Kunde beweisen, dass der Fehler beim Kauf vorhanden war bzw. nicht von übermäßiger Abnutzung oder Fehlbedienung kommt.
Händler haben zwei Reparaturversuche. Für den Kunden müssen sie kostenlos sein. Gelingt die Reparatur nicht, kann der Kunde ein Austauschgerät, Minderung des Kaufpreises oder sein Geld zurückverlangen.