Welche sind wirklich sinnvoll?

Das Bedürfnis nach einem Rundum- Schutz ist in Deutschland so ausgeprägt wie in keinem anderen europäischen Land. In jungen Jahren schließen Kunden meist viele Versicherungen ab. Doch ist die 50 überschritten, sollten Versicherungsverträge überprüft und der aktuellen Lebenssituation angepasst werden.

Haftpflichtversicherung
Ein unachtsamer Moment reicht aus, um einen Schaden anzurichten, der finanzielle Folgen haben kann. Deshalb ist eine private Haftpflichtversicherung sinnvoll.
Grund: Nach BGB haftet jeder mit seinem gesamten Vermögen, wenn er einen Schaden schuldhaft verursacht.
Tipp: Sind die Kinder aus dem Haus, kann die Police von der Familienversicherung zum Beispiel in den preiswerten Singletarif umgestellt werden.

Lebensversicherung
Die meisten Menschen haben in jungen Jahren eine Lebensversicherung abgeschlossen, die sie ab 50 überprüfen sollten.
Tipp: Die dynamisierte Erhöhung der Lebensversicherung ist ab 50 nicht mehr sinnvoll. Denn: Mit steigendem Alter wird die Prämie für das Todesfallrisiko immer höher, und gleichzeitig sinkt der Auszahlungsbetrag. Ebenfalls geprüft werden sollte der Zusatz „Unfalltod – Zusatzversicherung“, weil dieses Risiko durch die Lebensversicherung meist sowieso abgesichert ist.

Krankenversicherung
Mit steigendem Alter steigen die Beiträge der privaten Krankenversicherungen. Von einem Wechsel ist aber abzuraten, weil Neuabschlüsse ab 50 kaum Beitragsvorteile bringen.
Tipp: Ein Wechsel in den Leistungen, wie zum Beispiel statt Einbett- nur noch Zweibettzimmer oder die Erhöhung des Selbstbehaltes, kann den Beitrag senken. Außerdem sollten Privatversicherte prüfen, ob sie einen anderen Tarif wechseln können – zum Beispiel in den Standardtarif für Senioren. Das ist oft ohne erneute Gesundheitsprüfung möglich. In jedem Fall sollten die Versicherungsleistungen verglichen werden.

Zusatzversicherungen
Eine Zusatzversicherung für gesetzlich Versicherte kann sich für Leistungen lohnen, die von den gesetzlichen Krankenkassen nicht oder nicht in vollem Umfang gezahlt und die meist als Kompaktpaket angeboten werden.
Hier prüfen private Gesellschaften aber das Risiko (Faktoren u.a. Geschlecht, Alter, Gesundheitszustand) und können einen Risikozuschlag erheben.
Tipp: Unterschreiben Sie keinen Vertrag, der Ausschlussklauseln für bestimmte Krankheiten und deren Folgen enthält.

Pflegeversicherung
Da die gesetzliche Pflegeversicherung lediglich eine Grundversorgung bietet, kann eine Zusatzversicherung für die Pflege sinnvoll sein. Abhängig ist eine solche Absicherung aber vom eigenen Bedarf.
Tipp: Vereinbaren Sie entweder eine Tagessatzzahlung oder die Übernahme der anteiligen Pflegekosten. Nachteil: Weil die Pflegezusatzversicherung abhängig ist vom individuellen Risiko, erhöhen sich mit steigendem Alter oft die Prämien.

Berufsunfähigkeit
Ab 50 ist der Abschluss einer Versicherung für den fall der Berufsunfähigkeit kaum noch möglich und auch nicht sinnvoll, weil die Prämien enorm teuer sind.
Tipp: Wer eine solche Versicherung hat, sollte sie keinesfalls kündigen. Denn im Alter steigt das Risiko an, berufsunfähig zu werden.

Unfallversicherung
Der Neuabschluss einer Unfallversicherung für Senioren ist nicht unbedingt zu empfehlen, denn sie ist dreimal so teuer wie eine herkömmliche Unfallversicherung für Jüngere. Zwar werden damit zum Beispiel Leistungen wie Hilfe im Haushalt, Monatsrente oder Pflege abgedeckt, aber pflegebedürftige können Menschen auch ohne Unfall werden, und dann zahlt die Versicherung nicht. Daher: Wer eine Unfallversicherung besitzt, sollte sie nicht kündigen.