Dessous sind mehr als nur schöne Unterwäsche. Die Faszination, die Dessous auf Männer (aber auch auf Frauen) ausüben, lässt sich allein mit dem Material der Textilien oder mit den Schnittformen nicht erklären. Das Geheimnis ist, dass die edlen Teile den Körper in einer Art und Weise inszenieren, die viel mit Phantasie zu tun hat. Erotik ist eben doch eine Sache, die viel mehr im Kopf stattfindet, als landläufig angenommen wird.

Natürlich liegt der Reiz in der Intimität. Aber diese wird mit ästhetischen Komponenten angereichert, die das übliche Vorstellungsmaß überschreiten und daher unglaublich neugierig machen – obwohl der Sachverhalt an sich bekannt ist. Es ist wie mit einer guten Geschichte, die immer wieder neu erzählt werden kann. Nicht das mehr oder weniger glückliche Ende einer Oper ist interessant, sondern die Musik auf dem Weg dahin.

Dessous haben die wunderbare Eigenschaft, schöne Details und eine attraktive Gesamtwirkung auf immer wieder neue Weise herausheben zu können. Leicht verhüllt ist eben spannender als gefallene Vorhänge. Die Transparenz von Stoffen macht den Blick auf erogene Zonen geheimnisvoll, die schöne Spitzenrahmung eines erotischen Dekolletés veredelt den Anblick. Kontraste, die durch Farbwirkungen von Dessous geschaffen werden, wirken auf die Gefühle ein wie der Schub auf eine Rakete. Dabei verstärken die Farben letztendlich nur das, was in der Natur ohnehin schon so angelegt ist. Die berühmte Kombination Rot-Schwarz ist nichts anderes als ein Symbol für die Geschlechtlichkeit. Dessous in helle Farben legen den Schleier des Wunsches darüber, dass all dies einzig und allein nur für den Partner da ist.