Eine Vollkaskoversicherung ist im Gegensatz zur Kfz-Haftpflichtversicherung nicht gesetzlich vorgeschrieben. Jeder Fahrzeughalter kann also selbst entscheiden, ob er eine solche Versicherung abschließen möchte. Insbesondere für Besitzer relativ neuer Fahrzeuge führt in der Praxis jedoch kaum ein Weg an der Vollkaskoversicherung vorbei, das finanzielle Risiko eines wirtschaftlichen Totalschadens des Fahrzeugs ist dafür schlicht zu groß.

Welche Schäden sind versichert?
Das wichtigste durch eine Vollkaskoversicherung abgedeckte Risiko betrifft Schäden am eigenen Fahrzeug, die durch einen selbstverschuldeten Unfall entstehen. Diese sind durch die Kfz-Haftpflichtversicherung oder eine Teilkaskoversicherung nicht abgedeckt. Darüber hinaus deckt diese Versicherung mutwillige Beschädigungen des Fahrzeugs durch Dritte ab. Abgedeckt sind ebenfalls Unfallschäden bei fremdverschuldeten Unfällen, wenn der Verursacher nicht ermittelt werden kann. Ein weiterer wichtiger Sonderfall betrifft Schäden, die durch nicht deliktfähige Kinder verursacht werden. Auch diese sind durch Vollkaskoversicherung versichert.

Wonach richtet sich die Beitragshöhe?
Bei der Ermittlung der Beitragshöhe spielen die Faktoren eine Rolle, die von der Kfz-Haftpflichtversicherung bestens bekannt sind. Auch in der Vollkaskoversicherung werden Fahrzeuge einer Typ- und einer Regionalklasse zugeordnet. Darüber hinaus werden auch hier schadensfreie Jahre durch einen entsprechenden Schadensfreiheitsrabatt honoriert. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, eine Selbstbeteiligung an auftretenden Schäden zu vereinbaren, was sich ebenfalls positiv auf die Beitragshöhe auswirkt. Die Tarife der Anbieter unterscheiden sich oft erheblich, weswegen vor Abschluss einer Vollkaskoversicherung ein Autoversicherung Vergleich dringend zu empfehlen ist!

Die Kündigung des bisherigen Vertrags
Mögliche Kündigungstermine und Kündigungsfristen sind dem Versicherungsvertrag zu entnehmen. Üblich ist eine jährliche Kündigungsmöglichkeit mit einer Frist von einem Monat, der Vertrag kann aber eine abweichende Regelung vorsehen. In jedem Fall ist eine Kündigung immer möglich, wenn der Anbieter die Beiträge erhöht. Eine außerordentliche Kündigung ist ebenfalls möglich, wenn das Fahrzeug stillgelegt oder verkauft wird.

Haftungsausschluss im Fall grober Fahrlässigkeit
Die Vollkaskoversicherung tritt nicht für Schäden ein, die grob fahrlässig verursacht wurden. Wann genau grobe Fahrlässigkeit vorliegt, wird oft erst im Gerichtsverfahren entschieden. In jedem Fall ist von grober Fahrlässigkeit auszugehen, wenn der Fahrer vor Antritt der Fahrt wusste oder hätte wissen müssen, dass das Fahrzeug nicht voll verkehrstauglich ist. In dieser Hinsicht kann beispielsweise die neu eingeführte Winterreifenpflicht von Bedeutung sein. Spätestens seit ihrer Einführung ist eigentlich klar, dass der Fahrer bei einem Verstoß zumindest hätte wissen müssen, mit nicht verkehrssicheren Reifen unterwegs zu sein. Die Rechtsprechung der Gerichte dazu bleibt abzuwarten.

Vergleichen lohnt sich
Ein Autoversicherung Vergleich lohnt sich in jedem Fall, denn es gibt hierbei nicht nur Unterschiede in der Höhe des Beitrages sondern auch im Umfang der einzelnen Leistungen. Hierbei sollte genau bedacht werden, welche Leistungen benötigt werden und in welcher Höhe eine Selbstbeteiligung getätigt werden möchte. Wer sich zu früh für eine günstige Versicherung entscheidet, bleibt mit Pech auf einem großen Teil der Kosten sitzen.