Darf ich Garagen auch als Werkstatt nutzen?

Schrauben, schrauben, schrauben – das ist die Lieblingsbeschäftigung eines jeden Schraubers. Sommers werkeln die meisten draußen. Doch im Winter, wenn eklig brauner Matsch in der Einfahrt liegt, zieht es viele Hobbymechaniker in die Garage. Dem schlechten Wetter zum Trotz wird dann eben drinnen – beispielsweise in einer Fertiggarage wie z.B. hier zu sehen gewerkelt – und nicht mehr draußen. Das klingt einfach, ist es aber nicht. Denn wie wir alle wissen, gibt es im Beamten- und Bürokratiestaat Deutschland etliche Vorschriften, die die Freiheit des Bürgers (in dem Falle: des Schraubers) einengen.

Wer in der Garage schrauben möchte, sollte es also besser nicht versäumen, sich mit folgender Frage zu beschäftigen: Was muss ich beachten, um meine Garage als Werkstatt nutzen zu dürfen? Andernfalls könnte es passieren, dass “der Mann von der Behörde” an die Türe klopft und süffisant lächelnd daran erinnert, dass die Baugenehmigung für die Garage für eine Garage erteilt wurde, nicht für eine Werkstatt. Der Verweis auf Lärm-, Geruchs- und Schadstoffemissionen könnte dann schlimmstenfalls dazu führen, dass das Schrauben in der Garage untersagt wird, was gar nicht gut wäre für das autoverliebte Herz eines Schraubers.

Baurecht und Nachbarrecht stehen den Leidenschaften des Hobbymechanikers nicht selten entgegen. Da gibt es Abstandsvorschriften, die zwingend einzuhalten sind, Sicherheitsregularien, die nicht ignoriert werden dürfen. Zuwiderhandlungen können genug Grund für einen “behördlichen Besuch” bieten. Damit es soweit kommt, muss das zuständige Amt aber erst einmal in Kenntnis gesetzt worden sein. Und die Instruierung der Behörde liegt meistens im Zuständigkeitsbereich der lieben Nachbarn.

Wer nicht auf das Erbarmen von Beamten angewiesen sein möchte, sollte sich demzufolge möglichst gut mit seinen Nachbarn stellen. Denn sobald die Nachbarschaft sich über Lärm und zu laute Motorengeräusche aus der Garage ereifert und daraufhin die Behörden einschaltet, könnte das sehr unangenehme Folgen nach sich ziehen. Mit den Nachbarn mal ein kühles Bier zu trinken, ist sicherlich einfacher, als nach Gerichtsurteilen und gesetzlichen Grundlagen zu suchen, die einem das Schrauben in der Garage bis zu einem gewissen Grade gestatten.
Fazit: Um Ärger zu vermeiden, ist es für jeden Schrauber wohl das Beste, beim Werkeln in der Garage das Garagentor zuzumachen und möglichst leise zu arbeiten. Denn: Ist die Behörd´ erst mal im Haus, sieht es meist sehr düster aus! Wem dieser Spruch zu poetisch ist, kann sich auch mit der folgenden Redewendungen begnügen: Wo kein Richter, da kein Henker!