Nebenkosten, Mieterhöhungen und Mängel in der Wohnung sind die Hauptstreitpunkte vor Gericht. Oft haben Mieter die besseren Karten.

Können unsere Vermieter nicht richtig rechnen? Es muss wohl so sein- sonst wäre es ja vorsätzlicher Betrug und knallharte Abzocke, wenn der Mieterbund in jeder zweiten Nebenkostenabrechnung Fehler findet. Fazit: Millionen Euro werden zu Unrecht abkassiert.
Prüfen sollte deshalb jeder seine Abrechnung. Ein Fünfziger oder Hunderter kann locker als „Lohn“ winken. Wurden trotz Verbots Verwaltungs- oder Reparaturkosten abgerechnet (die häufigsten Fehler)? Eine Unstimmigkeit macht die ganze Abrechnung ungültig. Und bis nicht alles völlig korrekt ist, wird auch keine Nachzahlung fällig.

Ausgabenbelege muss der Vermieter vorlegen oder gegen Kostenerstattung als Kopie schicken. Da zeigt sich auch: at er, was Pflicht ist, nur so viel wie nötig für Hausmeister oder Heizöl bezahlt. Mancher legt hohe Mogel- Rechnungen vor, macht mit deren Ausstellern gemeinsame Sache. Zahlen aber müssen Mieter nur übliche Preise.
Mieterhöhungen und Kündigungen sind oft auch unwirksam. Häufigste Fehler: Der Mietspiegel zum Vergleich bei Erhöhungen fehlt, Kündigungsgründe sind frei erfunden. Anerkannt werden nämlich praktisch nur Eigenbedarf oder Mietschulden (ab zwei Monatszahlungen).
Neue Rechte gelten bei Mängeln: Auch die Abnutzung etwa von Teppichen oder Sanitärobjekten bei längerer Mietzeit muss beseitigt werden- oder man darf weniger zahlen. Streit ums Geld mit dem Vermieter ist übrigens nie ein Kündigungsgrund. Also: Haben Sie keine Angst, Ihr gutes Recht auch durchzusetzen.