Geldanlage Bausparvertrag: Lohnt sich das wirklich noch?

Der Bausparvertrag als Sparmodell hat seit Jahrzehnten nichts von seiner Attraktivität verloren: Denn: Auch wer kein Haus bauen will, kann diese Sparform wählen. Bausparen bietet günstige Zinsen und ist eine sichere Geldanlage. Wir sagen, welche Vorteile Bausparverträge haben und warum sie nicht aufgelöst werden sollten, auch wenn sie jetzt zuteilungsreif sind und der Sparer (noch) nicht bauen will.

Wann ist ein Bausparvertrag wirklich sinnvoll?
Der Zweck eines Bausparvertrages ist es, ein zinsgünstiges Baudarlehen zu erhalten. Der Bausparer sammelt über einige Jahre – zu niedrigen Guthabenzinsen – Geld an und erhält am Ende der Laufzeit ein Bauspardarlehen zu einem sehr günstigen Zinssatz, der schon bei Vertragsabschluss festgelegt wird. Großer Vorteil: Der Staat zahlt in vielen Fällen zusätzlich zu den selbst angesparten Beiträgen eine Arbeitnehmersparzulage und eine Wohnungsbauprämie als Zuschuss. Der Bausparvertrag bzw. das Bauspardarlehen müssen aber nicht zur Finanzierung eines Eigenheims verwendet werden. Das Gel kann auch für eine Renovierung oder neue Möbel ausgegeben werden.

Vermögenswirksame Leistungen vom Chef

Viele Arbeitgeber zahlen ihren Mitarbeitern vermögenswirksame Leistungen. Zahlt ein Arbeitgeber nicht den Maximalbetrag, kann es sich lohnen, den Fehlbetrag aus der eigenen Tasche zu zahlen. Denn: Zehn Prozent der eingezahlten vermögenswirksamen Leistungen legt der Staat als Arbeitnehmersparzulage dazu.

Der Bausparvertrag als Geldanlage mit Rendite
Wollen Sie weder bauen noch eine neue Einrichtung kaufen, lohnt sich der Bausparvertrag als langfristige Geldanlage. Der Basiszins für einen Bausparvertrag liegt mit 1,5 bis 2,5 Prozent n einem attraktiven Bereich. Einige Bausparkassen legen sogar einen Bonuszins dazu oder erstatten den Kunden die Abschlussgebühr, wenn sie auf ein Bauspardarlehen verzichten. Kombiniert mit den staatlichen Zuschüssen ist eine Effektivrendite von mehr als vier Prozent möglich.

Alte Verträge jetzt auflösen!
In den 90er- Jahren überboten sich die Bausparkassen mit Hochzinsverträgen. Zusätzlich zum eher mageren Basiszinssatz von zwei bis drei Prozent versprachen sie den Kunden aber einen Zinsbonus, wenn sie später auf das Bauspardarlehen verzichten und das Geld „nur“ verzinst zurückverlangen würden. Deshalb war Bausparen auch für Kunden interessant, die kein Haus bauen wollten. Für die Hausfinanzierung taugen solche Verträge heute allerdings kaum noch. Grund: Das Bauspardarlehen aus diesen Tarifen ist inzwischen teurer als ein Hypothekendarlehen oder ein Baukredit, weil das Zinsniveau so niedrig ist. Aber: Als reine Sparanlage sind diese Altverträge heute wahre Schätze. Das Geld ist auf dem Bausparkonto absolut sicher angelegt, bringt doppelt soviel Zinsen wie Festgeld und ist kurzfristig verfügbar. Wer also nicht bauen will, sollte den Bausparvertrag als Renditevertrag hüten und einfach weitersparen.

Ist die Sparanlage auf Angehörige übertragbar?
Jeder Bausparer kann seine Darlehensansprüche auch auf ein Familienmitglied überschreiben. Solche Übertragungen liegen zwar nicht unbedingt liegen zwar nicht unbedingt im Interesse der Bausparkassen, aber mit dem Nachweis einer ausreichenden Kreditwürdigkeit ist ein solcher Übertrag meist möglich. Als Angehörige gelten Ehepartner, Verlobte, Kinder, Geschwister und Eltern. Dem Übertrag des Bausparvertrages auf fremde Personen jedoch stimmen Banken nur in sehr seltenen Ausnahmefällen zu.

Bausparverträge im Internet abschließen?
Viele Bausparkassen bieten inzwischen die Möglichkeit, den Vertrag via Internet abzuschließen. Wem das zu unsicher ist und wer die persönliche Beratung bevorzugt, kann sich aber nach wie vor an eine der zahlreichen Bausparkassen wenden und einen Beratungstermin vereinbaren