Mehr als 750 Liter Regen fielen im Vorjahr auf jeden Quadratmeter- und versickerten größtenteils ungenutzt. Und das, obwohl wir 50 Prozent unseres täglichen Wasserbedarfs gut mit dem „Geschenk von oben“ decken könnten. Denn: Der Regen ist nicht mehr sauer, sondern für Pflanzen und Menschen völlig unbedenklich. Das weiche Naturwasser hat sogar viele Vorteile: Leitungen und vor allem die Waschmaschine verkalken nicht, man braucht nur noch halb so viel Waschpulver. Bei der Toilettenspülung wird hartnäckiger Urinstein verhindert, und für Pflanzen, Bäume und Blumen gibt es keine bessere und günstigere Bewässerung.

Umweltbewusstes Wohnen im Trend
Mehr als 90 Prozent der Deutschen finden laut Umfragen umweltbewusstes Wohnen wichtig. Dazu gehört auch, Trinkwasser zu sparen. Inzwischen werden jährlich etwa 50000 Regenwasser- Sammelanlagen gebaut. Auch für den Balkon gibt es sie neuerdings. Als Auffangbecken nutz schon jeder aufgestellte Eimer- mit dem wertvollen Nass kann man Pflanzen gießen.
Die Regentonne ist heute längst wieder grüner Standard in Gärten und auf Terrassen. Kein Wunder: Auch die steigenden Wasserpreise haben dazu geführt, dass nicht für jeden Zweck teures, gereinigtes Trinkwasser aus dem Hahn fließen muss. Noch umweltbewusster ist die richtige Regenwasser- Nutzungsanlage. Je nach Verwendungsbedürfnis gibt es verschieden Systeme, die Feuchtigkeit von oben über die Leitungen auch für den Hausgebrauch zu nutzen. Das Prinzip ist einfach: Die Tropfen werden vom Hausdach in einem Speicher (Zisterne) aufgefangen und an die Verwendungsorte gepumpt. Als Faustformel gilt: Für 25 Quadratmeter Dachfläche wird ein Kubikmeter Zisternenkapazität benötigt.

Einige Kommunen fördern die Anlagen
Wermutstropfen: Eine fachgerechte Anlage mit Pumpe und Leitungen kostet um 4000 Euro. Auch wenn Familien durch bis zu 40 Kubikmeter Trinkwasser im Jahr (und Kosten!) sparen, dauert es, bis sich die Einrichtung amortisiert. Einige Kommunen fördern den Bau bereits.
Aber es muss ja nicht gleich eine Anlage sein: Auch Pflanzen mit Regenwasser zu gießen ist ein umweltbewusster und Geld sparender Beitrag.

So können Sie Wasser sammeln
Regentonne: Seit 25 Jahren der Klassiker: Die grüne Tonne unter der Regenrinne, aus der das Wasser immer noch mit der Gießkanne herausgeschöpft wird.
Regensäule: Größere Behälter sind gefragt: Die Säule ist eine Weiterentwicklung der Tonne. Auf gleicher Stellfläche sammelt das schlanke, hohe, graue oder grüne Gefäß je nach Größe 500 bis 2000 Liter. Das Tolle: kein aufwendiges Schöpfen mehr. Sie zapfen an einem Hahn mit Kanne oder Schlauch.
Zisterne: Zur professionellen Regenwassernutzung dienen Zisternen. Aus Beton haben sie ein Fassungsvermögen ab 3900 Litern und werden in eine Baugrube eingelassen (Erd- Wasserspeicher). Kunstoffzisternen (ab 1000 Liter) können auch im Keller aufgestellt werden (Keller- Wasserspeicher). Beide werden mit verschiedenen Filter- und Pumpsystemen kombiniert- je nachdem, wofür das Regenwasser genutzt werden soll.