Wie findet man einen neuen Stromanbieter?
In Deutschland gibt es mehr als 100 Stromanbieter- alle bemühen sich um neue Kunden. Welcher Versorger für einen selbst am besten geeignet ist, lässt sich leicht herausfinden. Das ist abhängig vom Jahresverbrauch, der Region, in der man lebt, und vom Vertrag. Im Internet gibt es eine Vielzahl von Strompreisrechnern. Der Kunde gibt Wohnort und Jahresverbrauch ein und erhält unverbindlich den günstigsten Versorger genannt. Wer kein Internet hat oder einfach auf Nummer Sicher gehen will, kann nachfragen bei Bundesverband der Verbraucherzentralen.

Ist für den Wechsel ein neuer Zähler nötig?
Nein, technische Umbauten sind nicht notwendig. Für die Wartung und die Ablesung ist weiter der örtliche Netzbetreiber zuständig. Auch wenn Versorger und Netzbetreiber nicht mehr identisch sind, bringt as dem Verbraucher keine Nachteile. Es ist möglich, dass der neue Anbieter den Kunden bittet, den Zählerstand selbst abzulesen und den Netzbetreiber mitzuteilen. In diesem Fall sollte man den Zählerstand aber auch dem neuen Stromanbieter mitteilen- damit Abrechnungsfehler von Anfang an vermieden werden.

„Wechselgebühren“ dürfen nicht verlangt werden
Der Wechsel zu einem neuen Stromanbieter ist grundsätzlich kostenlos. „Wechselgebühren“ sind unzulässig. Werden einen Verbraucher derartige Kosten in Rechnung gestellt, kann er die Verbraucherzentrale informieren. Die mahnt dann die „Schwarzen Schafe“ ab.

Verbraucher sollten auf die Bindungsfrist achten!
An einen neuen Stromlieferanten sollten sich Verbraucher nicht „ewig“ binden- um im Bedarfsfall schnell zu einem noch günstigeren Anbieter wechseln zu können. Wichtig sind also eine kurze Vertragslaufzeit und eine kurze Kündigungsfrist. Vor dem Vertragsabschluss sollte der Verbraucher den Bruttoendpreis für „Privatkunden“ kennen. Nettoangaben sind nicht genau und enthalten meist Folgekosten, die der Kunde nicht kalkuliert hat.

Was gibt es beim Vertrag zu beachten?
Bei der Vertragsgestaltung sollten folgende Varianten durchdacht sein:
- Vorauszahlungen: Der Energielieferant bietet Rabatt gegen Vorauszahlung- Verbraucher sollten gut überlegen, ob sie das Risiko eingehen wollen. Nachteil: geht die Firma in Konkurs, ist das Geld verloren.
- Strompakete: Hier kaufen Kunden im Vorfeld eine vereinbarte Energiemenge. Nachteil: es muss auch dann das „ganze Paket“ gezahlt werden, wenn wenig verbraucht wird- Strom sparen lohnt sich also nicht. Und: Kunden, die mehr Strom verbrauchen, müssen ihn teuer nachkaufen.
- Preisgarantie: Sie sollten mindestens ein Jahr verbindlich sein. Nachteil: Rechtzeitig vor Ablauf muss die Preisgarantie verlängert werden, sonst geht sie in einen anderen, oft viel teureren Stromtarif über.
- Rabatte: Der Preisvorteil bei einer Rabattvereinbarung wird dem Kunden meist nur einmal eingeräumt, oft nur im ersten Vertragsjahr.

Anbieter gefunden? So wird umgestellt

Wer durch einen Stromvergleich einen günstigen Stromanbieter gefunden hat, füllt entweder das Formular im Internet aus oder lässt sich einen Anmeldebogen per Post schicken. Es dauert vier bis sechs Wochen, bis die Stromlieferung umgestellt wird. Der neue Anbieter muss die Versorgung nahtlos sichern. Der alte Stromvertrag kann zwar durch den Verbraucher gekündigt werden, aber oft übernimmt das auch der neue Strompartner.