Was zahlt die Krankenkasse?

Wann ist ein Mensch denn pflegebedürftig?Wer wegen einer schweren Krankheit oder aus Altersgründen auf Hilfe angewiesen ist, wer bei der Körperpflege oder der Nahrungsaufnahme Hilfe benötigt, könnte pflegebedürftig sein. Um das festzustellen und Leistungen vom Staat zu erhalten, muss bei der Pflegekasse ein Antrag auf „Feststellung der Pflegebedürftigkeit“ gestellt werden.

Wie wird der Antrag auf eine Pflegestufe gestellt?
Wer eine Pflegestufe beantragen will, braucht ein Formular der Pflegekasse (kann telefonisch angefordert werden). Darin sind alle Erkrankungen aufzuführen und alle Medikamente, die vom Arzt verordnet werden. Der Antrag wird zur Krankenkasse geschickt, und die leitet ihn zum medizinischen Dienst weiter. Dann wird der Antragsteller von einem Arzt begutachtet. Stellt der Gutachter die Pflegebedürftigkeit fest, erfolgt die Einordnung in eine Pflegestufe (I bis III), und die ist vom Pflegeaufwand und der Schwere der Beeinträchtigungen abhängig.
- Pflegestufe I = „erheblich pflegebedürftig“ – der Antragsteller benötigt 90 Minuten Hilfe pro Tag;
- Pflegestufe II = „schwer pflegebedürftig“ – es sind 180 Minuten Hilfe pro Tag erforderlich;
- Pflegestufe III = „schwerst pflegebedürftig“ – der Pflegebedarf liegt bei 300 Minuten pro Tag.

Wie viel Pflegegeld, welche Sachleistungen?
Nach Feststellung der Pflegebedürftigkeit erhält der Antragsteller einen rechtskräftigen Bescheid über die Höhe des Pflegegeldes.
- Pflegestufe I = 204 Euro
- Pflegestufe II = 410 Euro
- Pflegestufe III = 665 Euro

Pflegegeld wird gezahlt, wenn ein Familienmitglied von einem Familienmitglied von einem Angehörigen zu Hause gepflegt wird. Zusätzlich können Sachleistungen beantragt werden, zum Beispiel wenn Pflegedienste oder Berufspflegekräfte zum Einsatz kommen: Und: Die Höhe der Sachleistungen ist abhängig von der Pflegestufe.
- Pflegestufe I = 384 Euro
- Pflegestufe II = 921 Euro
- Pflegestufe III = 1432 Euro

Kombinationsleistungen und Hilfsmittelanspruch
Nehmen Familien einen Pflegedienst in Anspruch (zum Beispiel im Urlaub), können Pflegegeld und Sachleistungen kombiniert werden. In diesem Fall zahlt die Pflegekasse zunächst die Sachleistungen an den Pflegedienst. Liegt der Bedarf an Sachleistungen höher als die Summe des Pflegegeldes, wird kein Pflegegeld gezahlt. Ist der Bedarf geringer, wird Pflegegeld anteilig überwiesen. Neben den Sachleistungen besteht Anspruch auf Hilfsmittel (zum Beispiel Pflegebett, Gehilfe), die der Hausarzt per Rezept verordnen kann. Diese Rezepte muss die Kasse bewilligen, bevor sie in der Apotheke eingelöst werden.

Was muss man aus der eigenen Tasche bezahlen?
Kinder sind gesetzlich verpflichtet, für ihre pflegebedürftigen Eltern zu sorgen. Vom Nettoeinkommen darf ein allein stehendes Kind 1400 Euro behalten, verheiratete 2450 Euro. Berücksichtigt werden außerdem unterhaltspflichtige Kinder (nach der Düsseldorfer Tabelle). Außerdem wird das Schonvermögen nicht angetastet. Dazu gehören:
- Eigenheim der Kinder, wenn es nicht erst kürzlich von den Eltern überschrieben wurde,
- Auto- auch Zweitwagen, wenn er beruflich genutzt wird
- Altersvorsorge- fünf Prozent des Einkommens, das während des Arbeitslebens angespart wurde, gilt als Schonvermögen und ist vom Sozialamt nicht antastbar.